Mordprozess - Sohn weist Anschuldigung des Vaters zurück

Der Angeklagte (hinter der Mappe, hier beim Prozessauftakt) neben seiner Verteidigerin Dr. Arabelle Liedtke und seinem Verteidiger Wolfgang Bruch.
Der Angeklagte (hinter der Mappe, hier beim Prozessauftakt) neben seiner Verteidigerin Dr. Arabelle Liedtke und seinem Verteidiger Wolfgang Bruch.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Der Sohn (14) des wegen Mordes angeklagten Bochumers (39) weist die Anschuldigung seines Vaters zurück, er habe die zweijährige Swetlana erstickt.

Bochum.. Der 14-jährige Junge, der von seinem Vater (39) beschuldigt wird, ein zweijähriges Mädchen erstickt zu haben, beteuert seine Unschuld. Das sagte am Freitag sein Rechtsanwalt Knuth Meyer-Soltau auf Anfrage. Der Junge sei schockiert gewesen und aus allen Wolken gefallen, als er am Mittwoch von der überraschenden Anschuldigung erfahren habe. „Er weiß nicht, wo hinten und vorne ist.“

Dem Vater des Jungen wird vor dem Schwurgericht Mord vorgeworfen. Er soll am 23. November in der gemeinsamen Wohnung in Riemke die Tochter (2) seiner Lebensgefährtin (27) mit Insulin vergiftet und erstickt haben, weil sie seiner Beziehung zur Kindesmutter im Wege gestanden habe. In einem Brief schrieb er aber, dass sein Sohn das Kind erstickt habe, als es aus dem Bett gefallen sei und geschrien habe. Er sei eifersüchtig auf das Mädchen gewesen. Im Prozess wird der Junge vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen, so sein Anwalt. Der 14-Jährige lebt heute bei seiner leiblichen Mutter, einer der Ex-Ehefrauen des Angeklagten.

„Ich bekomme sie nicht wach, sie atmet nicht mehr“

Am Freitag vor Gericht schilderten Polizeikräfte die furchtbaren Szenen, als die Mutter ihr Kind am Morgen des 24. November tot zu Hause aufgefunden hatte. Sie selbst hatte die Polizei angerufen („Bitte schnell! Oh Gott!“). In der Wohnung sei die Frau „völlig aufgebracht, nervös und hilflos“ gewesen. „Ich bekomme sie nicht wach, sie atmet nicht mehr“, habe sie geweint. Und zu ihrem Kind gebeugt: „Bitte verlass mich nicht!“ Die Polizei wusste da schon, dass das Kind längst tot war. Doch die Mutter habe darauf „bestanden, dass doch noch was zu machen sein müsste“.

Der Prozess wird am 4. Mai fortgesetzt.

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