Montag entscheidet die Rad-Jury über Bochums Aufnahme

Bernd Kiesewetter
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Bochum will in die „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte in NRW“ aufgenommen werden. Ein Komitee wird sagen, ob das klappt

Bochum. Am kommenden Montag (30. Mai) wird eine wichtige Frage für Fahrradfahrer geklärt. Dann erscheint die „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V.“ (AGFS) in Bochum. Ein Komitee wird sich die Situation in Bochum genau anschauen. Noch am selben Tag wird eine Entscheidung erwartet, ob die Stadt in die AGFS aufgenommen wird. Das ist ein lange angestrebtes Ziel der Stadt. Es wäre, sagte Susanne Düwel vom Tiefbauamt, „ein klares Zeichen in der Stadtpolitik“. Eine Aufnahme würde „einen Imagegewinn“ bedeuten und signalisieren, „dass sie sich nicht nur für den Autoverkehr stark macht“.

Die vom Ministerium für Verkehr, Städteentwicklung und Bauen unterstützte AGFS ist ein Netzwerk, in dem sich die Städte beim Radwegebau mit ihren Erfahrungen und Lösungen austauschen. Auch in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen sie sich gegenseitig. Bochums Nachbarn sind großteils schon Mitglied: Essen, Dortmund und Herne. „Uns ist wichtig, dass wir kein weißer Fleck bleiben“, erklärt Susanne Düwel.

Sieben Schwerpunkte

Vor knapp zwei Jahren hat die Stadt eine dicke Bewerbungsmappe an die AGFS geschickt. Darin gibt es sieben Schwerpunkte.

  • Die Verkehrssicherheit: Trotz wachsenden Radverkehrs soll es nicht gefährlicher werden, in Bochum unterwegs zu sein.
  • Der Ausbau der großen Ausfallstraßen für Radfahrer. Als besonders dringend werden die Castroper, die Viktoria- und die Alleestraße angesehen.
  • Förderung des Freizeitverkehrs z.B. auf alten Bahntrassen. Beispiele: Erzbahntrasse, Lothringer Radweg, Springorum-Radweg. Dort wird zurzeit der 3. Abschnitt zwischen „Am Kuhlenkamp“ und Schlossstraße fertiggestellt.
  • Anbindung Bochums an den geplanten „Radschnellweg Ruhr RS1“, der 100 Kilometer lang quer durchs Ruhrgebiet verlaufen soll als eine „A40 für Radfahrer“. Das innerstädtische Radwegenetz soll an den RS1 angebunden werden.
  • Eine bessere Beschilderung und Wegweisung. Beispiel: Von Gerthe und Bergen wird zurzeit eine Ausweichstrecke in die Innenstadt erarbeitet, weil die Hauptstraßen nicht fahrradfreundlich sind.
  • Förderung der Leihfahrräder „Metropolradruhr“.
  • Mehr Öffentlichkeitsarbeit.

Susanne Düwel ist sicher, dass die AGFS die Stadt aufnimmt. „Ja!!“, antwortet sie spontan. Sie sagt aber auch: „Wir sind uns im Klaren, dass wir noch nicht an allen Ecken fahrradfreundlich sind.“ Zu lange sei Bochum zu sehr autofreundlich gewesen. Das habe sich aber geändert: „Ich hoffe und glaube, dass das anerkannt wird.“

Stadt unternimmt mit dem Komitee Fahrradtour

Das Komitee, das die AGFS nach Bochum entsendet, besteht aus Mitarbeitern der AGFS selbst, des Verkehrsministeriums NRW sowie aus Landtagsabgeordneten.

Die Stadt-Verantwortlichen unternehmen mit dem Komitee eine Fahrradtour durch Bochum. Anschließend gibt es eine Präsentation.