Mit dem Cello um die Welt

Cellist Daniel Müller-Schott besuchte zwei Oberstufenkurse im Hildegardis-Gymnasium Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Cellist Daniel Müller-Schott besuchte zwei Oberstufenkurse im Hildegardis-Gymnasium Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
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Bochum.Der Weltklasse-Cellist Daniel Müller-Schott besuchte im Rahmen von „Rhapsody in School“ die Hildegardis-Schule und wusste allerhand Glamouröses zu erzählen

Auf dem Schulweg konnten sie ihn schon überlebensgroß auf einer Litfaß-Säule betrachten. Doch Daniel Müller-Schott, der Weltklasse-Cellist, der Mann vom Werbeplakat der Bochumer Symphoniker, sollte dann aber ganz leibhaftig vor den Schülern im Klassenraum der Hildegardis-Schule stehen und aus dem Musikerleben plaudern. Zwei Oberstufen-Kurse waren begeistert über einen Künstler, der im Rahmen des Projektes „Rhapsody in School“ das Leben eines Berufsmusikers vorstellte.

Beeindruckt zeigten sich die Schüler vom Spiel des Cellisten. Da gab es beherzten Applaus. Noch beeindruckender wurde der Münchener für die Jugendlichen, als er von einem Doppel-Interview mit Philipp Lahm berichtete. Und auch davon, dass George Clooney und Brad Pitt schon in seinem Publikum saßen. Soviel Glamour – und das bei einem klassischen Musiker.

Jogging durch das VfL-Stadion

So gar nicht trocken und belehrend wirkte der bei seinen beiden Bochumer Auftritten gefeierte Solist. Sofort verstand er das Eis zu brechen, indem er von einem Jogginglauf rund um sein Hotel erzählte. Das Fitness-Programm habe er genutzt, durch das offene Tor ins VfL-Stadion zu traben und auf dem Rasen ein paar Runden zu drehen. „Schöne Anlage“, kommentierte der Bayern-München-Anhänger.

Doch dann ging es um die Musik: Mit sechs Jahren angefangen, Jugend musiziert, Wettbewerbserfolge, mit 16 der Entschluss, Berufsmusiker zu werden, das Leben im Flugzeug, 300 Tage im Jahr unterwegs zu gut 100 Auftritten in der ganzen Welt. „Ich sammele viele Flugmeilen“, so Müller-Schott, „und noch mehr dadurch, dass mein wertvolles Cello immer auf dem Platz neben mir im Flugzeug sitzt“. Und dabei auch noch das ganze Üben: „Manchmal suche ich mir eine stille Ecke am Flughafen und übe dort. Schnell hat man da einige kleine Zuhörer. Das Cello ist sehr kommunikativ“, lacht der lockere Sympathieträger.

Viel mehr Begeisterung in Asien

Das Projekt „Rhapsody in School“ führt ihn im Jahr in gut zwanzig Klassenzimmer in aller Welt. Überall wirbt er als Botschafter für die Klassische Musik. Die fast magische Wirkmächtigkeit der Klänge führt er unmittelbar im Klassenzimmer vor: Bach erklingt, Edgar Elgar auf Wunsch eines einzelnen Fans aus der ersten Reihe, dann Zeitgenössisches von André Previn. Die Schüler, vorbereitet von den Musiklehrern Melanie Kreiter und Klaus Otterbach, durften den Gast richtig aushorchen und taten das begierig.

So konnte er auf die Frage, ob er denn mal gedenke, eventuell eine CD einzuspielen, lächelnd auf über zwanzig Veröffentlichungen zu verweisen. Und von den kulturellen Unterschieden in der Klassikrezeption berichten. In Taiwan etwa, da seien die Konzerte voll mit begeisternd feiernden jungen Menschen. Das ist hierzulande definitiv nicht der Fall. Aber: An so Typen wie Daniel Müller-Schott liegt das sicherlich nicht.

 
 

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