Minimalistische Mittel, große Wirkung

Der Trompeter Nils Petter Molvær ist bekannt für sein atmosphärisches Spiel. In der Christuskirche erzeugte der auf einer norwegischen Insel geborene Musiker mit minimalistischen Mitteln große Wirkung.

Für das Projekt „Enders Dome“ hat Molvær sich mit dem süddeutschen Saxofonisten Johannes Enders zusammengetan. Es steht in der Nachfolge von dessen erfolgreichen Projekt „Enders Room“, geprägt durch subtile Elektroniksounds. Synthetische Klänge wurden im Bochumer „Enders Dome“-Konzert jedoch auf ein Minimum zurückgeschraubt, neu ist hingegen die Kirchenorgel, gespielt von Andy Lutter. Eine Art „tribal drums“ lieferte dazu Percussionist Gregor Hilbe.

Die Highlights waren jedoch immer wieder Molværs solitäre Improvisationen,die mit ihrer zurückhaltenden, häufig leisen Spielweise große Einsamkeit vermittelten.Die Saxofon-Parts von Enders zeigten dagegen als Stilmix aus Ambient, Pop und Jazz weniger Schärfe.

Genrekreuzungen stehen aber häufig in der Gefahr, abgeflacht zu wirken. Und so verloren einige großartig begonnene klangflächige Improvisationen mit zunehmenden poppigen Rhythmen mitunter an Intensität. Jedoch hatte die gemächlich groovende Kirchenorgel in diesem neuen Kontext den gewissen Charme des Neuen.

 

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