Mildes Urteil für Ebay-Serienbetrüger aus Bochum

Bernd Kiesewetter
Ein ehemaliger „Powerseller“ bei Ebay hatte 6359 Kunden betrogen, indem er ihnen Elektrowerkzeuge verkaufte, die er gar nicht liefern konnte. Beute: rund 600 000 Euro. Von dem Geld sei nichts mehr übrig. Teilweise habe er das Geld schlichtweg verprasst, so der Bochumer. Der Mann wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Bochum. Ein Serienbetrüger (28), der auf der Internetplattform Ebay in großem Stil sein Unwesen getrieben hatte, muss nicht ins Gefängnis. Von Januar bis März 2011 hatte er 6359 Kunden getäuscht und rund 600.000 Euro erbeutet, doch das Bochumer Landgericht verhängte zwei Jahre Haft auf Bewährung. Hinzu kam eine Geldstrafe in Höhe von 5400 Euro (180 Tagessätze) und Bewährungsauflagen in Höhe von 5000 Euro (je 2500 Euro ans Land und den Förderverein eines Hospizvereins).

Kunden erhielten ihr Geld zurück

Der Bochumer war bei Ebay „Powerseller“, Vielverkäufer. Massenhaft veräußerte er an Kunden in Frankreich hochwertige Elektrowerkzeuge wie Akkuschrauber und Bohrmaschinen zu günstigen Preisen. Als er nach einem Streit mit dem Hersteller keinen Warennachschub mehr bekam, bot er die Werkzeuge trotzdem weiter an - und kassierte auch weiter. Die Kunden bekamen aber keine Ware. Nur weil sie über das Käuferschutzsystem PayPal versichert waren, erhielten sie ihr Geld zurück. Letztendlich geschädigt war ausschließlich PayPal.

Beute teilweise verprasst

Die 600.000 Euro Beute hatte der Täter von seinen Konten in Herne abgehoben. Davon sei nichts mehr da, sagte er. Teilweise hatte er das Geld verprasst. Heute arbeitet er als Fachkraft für Lagerwirtschaft.

Das Gericht begründet die Strafaussetzung zur Bewährung unter anderem damit, dass er nicht vorbestraft und geständig ist und auch für die Kunden kein Schaden eingetreten ist.