Mieterverein fordert von Annington Ende der Inkasso-Praxis

Eine Wohnanlage der Deutschen Annington Immobilien Gruppe in Bochum.
Eine Wohnanlage der Deutschen Annington Immobilien Gruppe in Bochum.
Foto: WAZ FotoPool
Der Mieterverein appelliert an Annington, die bisherige Inkasso-Praxis bei säumigen Mietern abzuschaffen. Das lehnt das Wohnungsunternehmen aber ab.

Bochum.. Der Bochumer Mieterverein hat in einem Schreiben an Rolf Buch, den Chef des Wohnungs-Riesen Deutsche Annington (ca. 7500 Wohneinheiten allein in Bochum), eine Rücknahme der bisherigen Inkasso-Praxis gefordert. Diese läuft über die externe Rechtsanwalts-Kanzlei „JHS Legal“. Dass dadurch höhere Mahngebühren anfallen als wenn die Forderungen durch Annington selbst eingetrieben würden, kritisiert der Mieterverein deutlich.

Er stützt sich auf ein Urteil des Amtsgerichts Dortmund, das die gängige Praxis der Annington für nicht rechtens gehalten habe. Deshalb fordert der Mieterverein von der Annington unter anderem auch eine „Rückzahlung aller Gebühren an die Mieter“. Mieterverein-Geschäftsführer Michael Wenzel: „Wenn Rolf Buch seine eigenen Worte zur Mieterfreundlichkeit ernst nimmt, muss er die Inkasso-Praxis beenden.“

Annington hält an aktueller Praxis fest

Die Annington will aber an „JHS Legal“ festhalten und stützt sich auf andere Urteile, die im Sinne des Unternehmens gefällt worden seien. Eine Sprecherin betont, dass säumige Mieter sehr oft mehrfach auf das Problem angesprochen würden, bevor der Anwalt eingeschaltet würde. Zudem würden vorher kostenlos „Sozialmanager“ eingesetzt, um betroffenen Mietern zu helfen. Auch Ratenzahlungen seien möglich.

 
 

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