Messe für nachhaltiges Design in Bochum stellte faire Versicherungen vor

Susanne Janknecht füllt auf der Messe „gut.“ in der Jahrhunderthalle in Bochum einen Becher mit Bio-Limonade.
Susanne Janknecht füllt auf der Messe „gut.“ in der Jahrhunderthalle in Bochum einen Becher mit Bio-Limonade.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
120 Aussteller waren bei der Messe „gut.“ in der Jahrhunderthalle in Bochum zugegen. Die Messe für nachhaltiges Design tritt ein für bewussten Konsum bei Möbeln, Kleidung und Lebensmitteln. Auch die Premiere des Heldenmarktes war ein Erfolg. Im kommenden Jahr sollen die Niederlande Partnerland werden.

Bochum.. Während die Besucher der zweiten „gut.“-Messe in die Jahrhunderthalle strömen, werden sie von dem Lied „Aquarius“ begrüßt – einem Stück aus dem Hippie-Musical „Hair“. Wie die Blumenkinder stehen die Gäste und die rund 120 Aussteller der Messe für nachhaltiges Design für eine bessere Welt ein. Doch tun sie das nicht mit einer friedlichen Verweigerungshaltung, sondern durch bewussten Konsum bei Möbeln, Kleidung und Lebensmitteln.

Dass diese Form des Protests mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, zeigt sich beim Bochumer Aussteller Daniel Schmitz, der ausschließlich Bio-Mode verkauft. „Meine Eltern waren keine Hippies oder Ähnliches“, sagt der 36-Jährige lächelnd. „Ich war nach der Schule bei der Bundeswehr, habe BWL studiert und im Management einer großen Einzelhandelskette gearbeitet.“ Irgendwann seien er und seine Frau Rebecca in ein Alter gekommen, in dem „es nicht mehr um Kommerz geht, sondern darum, die Welt zu verbessern“, erinnert er sich. „Wir sind viel gereist, auch außerhalb der Touristenrouten. Auf Borneo haben wir beispielsweise gesehen, wie schlecht Palmölplantagen für Mensch und Umwelt sind.“

Nachhaltige Mode und "Upcycling“-Produkte

Jetzt vertreibt Schmitz Shirts, Jeans und Schuhe, die ökologisch und fair produziert werden. „Zertifikate garantieren, dass das Material nicht gentechnisch verändert ist und von Kleinbauern stammt.“ So bunt wie die Mode sei auch die Kundschaft – die zudem so groß ist, dass die Familie Schmitz ihre erste Filiale von „Native Souls“ in Bochum erweitert und eine zweite in Essen eröffnet hat. „Unsere älteste Kundin ist 83 Jahre alt“, verrät Schmitz.

Auf der Messe „gut.“ gab es am Wochenende nicht nur nachhaltige Mode, sondern auch „Upcycling“-Produkte zu sehen und kaufen: Taschen aus ausgedienten Feuerwehrschläuchen, Möbelstücke aus altem Holz und Vogelhäuschen oder Gewürzregale aus Werkstätten für Menschen mit Behinderungen.

5000 Besucher bis Sonntagnachmittag

Neu war dieses Jahr zudem die Kooperation mit dem „Heldenmarkt“. Das Angebot der Messe für nachhaltigen Konsum erstreckte sich von veganen Brotaufstrichen und nachhaltigen Versicherungen über Spielzeug und Hanfseife. Abseits des Messetreibens diskutierte die Kreativwirtschaft und –wissenschaft in Workshops der Veranstaltungsreihe „DIALOG n“ über Nachhaltigkeit.

5000 Besucher zählte Veranstalter Guido Röcken bis Sonntagnachmittag: „Das sind 3000 mehr als 2012, ich freue mich, dass unser Konzept so angenommen wird.“ Schon in dieser Woche will Röcken erste Weichen für 2014 stellen. „Die Niederlande werden dann Partnerland und auch den Heldenmarkt wird es wieder geben.“

 
 

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