Menschenrechtspreis an Anwältin

Zum dritten Mal wurde am Sonntag in der Christuskirche der Bochumer Menschenrechtspreis verliehen. Verliehen vom Verein Iran Freedom e.V. und begleitet von Amnesty International, würdigt die Auszeichnung Menschen, die sich in besonderer, oft lebensbedrohlicher Weise für Menschenrechte, Freiheit und Demokratie einsetzen. Die Identität der diesjährigen Preisträgerin wurde aus Sicherheitsgründen im Vorfeld geheim gehalten.

Maedeh Ghaderi, Menschenrechtsanwältin kurdischer Herkunft, wurde bereits während ihres Studiums wiederholt vom staatlichen Sicherheitsdienst vorgeladen und befragt. Zu engagiert war die 33-jährige Iranerin für die kurdische Kultur im Iran. Nach ihrer Zulassung als Anwältin im Jahr 2009 hatte sie einige kurdische Aktivistin verteidigt, woraufhin ihr 2010 die Zulassung entzogen und Ghaderi selbst verhaftet und eingesperrt wurde.

Auch ihr Ehemann wurde inhaftiert und durch Folter „umgedreht“. Erst nachdem Maedeh Ghaderi in Hungerstreik trat und ins Krankenhaus eingeliefert wurde, ließ man sie frei. Von nun an wurde sie nicht nur von den Sicherheitsdiensten des Regimes, sondern auch vom eigenen Ehemann massiv unter Druck gesetzt.

Nach ihrer Scheidung und einer Verurteilung wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ lebt Maedeh Ghaderi mittlerweile im kurdischen Teil des Irak. Den Preis überreichte Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, die auch gleichzeitig zusammen mit der iranischstämmigen Schauspielerin Jasmin Tabatabai als Kuratorin fungierte. Tabatabai, die bei der Preisverleihung nicht anwesend sein konnte, war 1979 mit ihrer Mutter aus Teheran nach Deutschland geflohen.

Hoffnung auf Veränderung

Nicht ohne Stolz nahm Maedeh Ghaderi den Preis unter tosendem Applaus und Standing Ovations entgegen. In ihrer Dankesrede sprach sie sich erneut gegen die islamische Republik Iran aus, die alle Andersdenkenden unterdrücke. Nach der Wahl im Juli, so Ghaderi, hatte es zunächst Hoffnung auf Veränderung gegeben. Doch auch unter dem neuen Präsidenten Rohani würden Andersdenkende schikaniert und getötet, Todesurteile ohne Prozess vollstreckt und Häftlinge gefoltert.

Sie hoffe, so Maedeh Ghaderi, auf baldige Demokratie und Freiheit im Islam.

 
 

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