Mehr als 300 Einsätze: Das waren die drei schwersten Sturm-Notrufe für die Bochumer Feuerwehr

Die Feuerwehr in Bochum hatte während Orkantief „Friederike“ viel zu tun.
Die Feuerwehr in Bochum hatte während Orkantief „Friederike“ viel zu tun.
Foto: Feuerwehr Bochum
  • Auch für die Bochumer Feuerwehr war Orkantief Friederike eine echte Herausforderung
  • Mehr als 300 Einsätze musste die Feuerwehr bewältigen, drei davon waren besonders intensiv
  • Aber man wusste sich mit einigen Tricks zu helfen

Auch für die Bochumer Feuerwehr war Orkantief Friederike eine echte Herausforderung. Mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde fegte der Sturm durchs Ruhrgebiet und sorgte dabei für große Schäden.

In Bochum hatte die Feuerwehr mehr als 300 Einsätze zu bewältigen. Drei davon waren besonders intensiv. An der Hattinger Straße drohte ein Baum auf eine Oberleitung zu stürzen. Dort musste ein Kran eingesetzt werden. Etwa fünf Stunden war die Hattinger Straße dafür gesperrt.

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Der zweite schwierige Einsatz war der an einem Mehrfamilienhaus an der Bärendorferstraße in Bochum-Weitmar. Dort hing bei Eintreffen der Feuerwehr ein Flachdach in Fetzen herunter, die Feuerwehr musste die Gefahrenzone absichern. Auch das dauerte mehrere Stunden. Wie es dort weitergegangen ist, konnte die Feuerwehr nicht sagen, da ein solcher Fall nach dem Einsatz an den Eigentümer übergeben wird.

Haus für unbewohnbar erklärt

Dritter Hotspot war die Rüsingstraße. Dort war ebenfalls ein Dach abgedeckt worden, das den Schornstein mit heruntergerissen hatte. Ein Bewohner musste sofort an einem anderen Ort untergebracht werden und das Haus für unbewohnbar erklärt werden, der Einsatz dauerte etwa zwei Stunden.

Erschwert haben die Arbeit der Feuerwehr dabei drei angebliche Feuer, wie Markus Wendelberger vom Presseteam der Feuerwehr mitteilt. „Da waren wir schon am Limit. Aber wir haben zusätzlich alle freiwilligen Feuerwehren gezogen und hatten auch Unterstützung von THW, DRK und den Technischen Betrieben der Stadt Bochum. Insgesamt 300 Leute unter Waffen“, sagt er.

Mehr als 300 Einsätze, aber die Feuerwehr wusste sich zu helfen

Aber es gibt drei Tricks, die die Feuerwehr in dieser besonderen Situation nutzte. Denn wenn ein Notruf einging, wurde die Berufsfeuerwehr größtenteils zurückgehalten, um den Grundschutz zu sichern, wie Wendelberger erklärt. „Sollte doch die Berufsfeuerwehr raus müssen, ziehen wir dann eine Freiwillige Feuerwehr in die Wache.“

Der nächste Trick: „Wir schicken nicht sofort Leute in den Einsatz, sondern haben Erkunder, die hinfahren und erst einschätzen, da muss jemand sofort hin oder auch nicht.“

Einsätze wurden dezentral verteilt

Und: Normalerweise werden Einsätze von der Leitstelle verteilt. „Da es aber über 300 waren, hatten wir bei jeder einzelnen Wache Führungskräfte vor Ort, die ihren eigenen Einheiten die Aufträge gegeben haben.“

Das muss man sich beispielsweise so vorstellen: Wenn ein Notruf bei der Leitstelle ankommt, der Wattenscheid betrifft, dann wird dem jeweiligen Einsatzleiter ein Auftrag per Fax geschickt und er verteilt ihn sofort weiter. Anschließend wird der Auftrag bestätigt und wieder an die Leitstelle zurückgegeben.

 
 

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