Bochum

Marcel-Heße-Prozess: „Er wollte mir die Pulsadern aufbeißen“ - Aussage von ehemaligem Mitschüler schockiert

Marcel Heße versuchte, seinen Mitschülern in die Pulsadern zu beißen.
Marcel Heße versuchte, seinen Mitschülern in die Pulsadern zu beißen.
Foto: dpa
  • Ehemaliger Mitschüler sagt gegen Marcel Heße aus
  • Der spätere Doppelmörder versuchte, Mitschülern in die Pulsadern zu beißen
  • Auf Ärger reagierte er mit heftiger Gewalt

Bochum. Marcel Heße hatte wohl an der Schule größere Probleme mit seinen Mitschülern als bisher bekannt. Wie sein ehemaliger Klassenkamerad Nils R. (20) am Freitag am Landgericht Bochum berichtet, hatte Heße öfter Ärger mit anderen Schülern - und reagierte mit heftiger Aggression.

„Auch bei eher harmlosen Kebbeleien hat Marcel immer versucht, seinem Gegner die Pulsadern aufzubeißen. Er war ja ziemlich klein, so wollte er dann den Kampf gewinnen“, so R. vor Gericht.

Marcel Heßes Mitschüler schockiert: „Das macht doch kein normaler Mensch“

Sogar ihn, der eigentlich mit Heße befreundet war, habe er öfter so angegriffen. Die Rangeleien habe er als normal empfunden, nicht aber Heßes heftige Reaktion: „Das macht doch kein normaler Mensch“, so R.

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R. habe diese Auseinandersetzungen während der fünften Klasse an der Realschule erlebt. Ansonsten sei Heße aber „ein guter Freund“ gewesen. Er habe seine Mitschüler nicht provoziert, aber heftig reagiert, wenn er sich angegriffen fühlte.

Nach einem halben Jahr als Heßes Sitznachbar wechselte R. die Schule und sah den späteren Doppelmörder nie wieder.

Keine Hinweise auf pathologische Störung

Die Aussagen decken sich mit den Beobachtungen einer Jugendpsychologin, die ebenfalls am Freitag aussagte. Sie berichtete ebenfalls, dass Heße auf Probleme oft völlig überzogen mit Gewalt reagiert habe - obwohl er eigentlich auf der Suche nach Freunden war.

Davon abgesehen gebe es keine Hinweise auf eine pathologische Störung.

Probleme habe Heße aber im Sozialverhalten und mit Emotionen. Auch die Bundeswehr lehnte ihn später wegen mangelnder „Verhaltensstabilität“ ab.

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