Bochum

Marcel-Heße-Prozess: „Als habe man ein Tier geschlachtet“ - so erlebte Jadens Bruder die traumatische Mordnacht in Herne

Peter Sieben und Linda Schreiber
Jaden (9) lag tot im Keller seines Nachbarhauses.
Jaden (9) lag tot im Keller seines Nachbarhauses.
Foto: DER WESTEN / Reinhard Peters

Bochum. Auch an Tag sechs im Prozess gegen Marcel Heße werden schreckliche Details aus der Mordnacht in Herne bekannt. Polizistin Stefanie S. erzählt im Zeugenstand am Landgericht Bochum, wie sehr es Jadens Bruder Maurice mitgenommen hat, den Neunjährigen tot im Keller des Nachbarhauses zu finden.

Jaden war das erste Opfer von Marcel Heße. Er starb am 6. März durch 52 Messerstiche.

Jaden lag im Keller in seinem Blut

Die Polizistin sei beeindruckt gewesen, wie sehr sich Maurice trotz der traumatischen Erfahrung in der Vernehmung zusammengerissen habe. Sachlich erzählte er um zwei Uhr morgens noch, was er mitansehen musste: Sein kleiner Bruder lag auf dem Boden, voller Blut, „als hätte jemand ein Tier geschlachtet“.

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Vorher habe Maurice noch die gefüllte Badewanne im Obergeschoss gesehen, und gedacht, dass sein Bruder im Bad sein könnte. Dann habe der Vater ihn in den Keller gerufen - dort lag Jaden mit heruntergelassener Hose.

Unterhose sah aus wie schnell hochgezogen

Die Unterhose habe ausgesehen, als hätte sie ihm jemand schnell hochgezogen. Das sei Maurice sehr komisch vorgekommen.

Erst am Ende seiner Vernehmung brach Maurice zusammen und musste weinen, sagt Stefanie S. Angesichts der traumatischen Nacht kein Wunder.