Mängelmelder der Stadt Bochum verzeichnet 3100 Beschwerden

Schlaglöcher zählen noch immer den häufigsten gemeldeten Ärgermissen. Zum Start des Melders waren es vor allem Schäden durch Sturm „Ela“.
Schlaglöcher zählen noch immer den häufigsten gemeldeten Ärgermissen. Zum Start des Melders waren es vor allem Schäden durch Sturm „Ela“.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Zwölf Monate Mängelmelder: Die Stadt zieht eine zufriedene Bilanz. 3100 Beschwerden sind eingegangen. Sie landen direkt in der zuständigen Abteilung.

Bochum. Aus Sicht der Stadt Bochum ist ihr Mängelmelder eine Erfolgsgeschichte: Anfang Juli des vergangenen Jahres mehr oder weniger versteckt an den Start gegangen und dann gut vier Wochen später offiziell vorgestellt, ziehen die Verantwortlichen nun eine erste Bilanz. 3100 Bürgerbeschwerden sind innerhalb von zwölf Monaten eingegangen. „Keine schlechte Zahl“, sagt Ralph Leitmann, der stellvertretende Leiter des städtischen Presse- und Informationsamts, und Stolz klingt da mit. Waren es kurz nach der offiziellen Vorstellung bis zu 70 Meldungen pro Tag, hat sich die Zahl der Beschwerden inzwischen bei sechs bis acht täglich eingependelt.

28 verschiedene Arten von Mängeln können die Bürger über die Homepage der Stadt oder über die jetzt freigeschaltete mobile Varianten melden. Besonders im Fokus standen im ersten Jahr Schäden an Gehwegen, Probleme an Bäumen und Sträuchern - nicht zuletzt durch die dramatischen Folgen des Pfingststurms „Ela“, Schlaglöcher, wilde Müllkippen und Ärger mit Straßenschildern. Eine Mangelmeldung hat die Stadt inzwischen aus dem System genommen: Falschparken. „Dabei war der Aufwand so groß, dass er in keinem Verhältnis zum Nutzen stand“, erklärt Leitmann. Vier zusätzliche Punkte sind dafür hinzugekommen. Inzwischen sei der Mängelmelder „so kleinteilig wie möglich. Die Grenze ist erreicht.“

Keine Handhabe bei Privatgrundstücken

Das Besondere am Bochumer Mängelmelder ist, dass eine Beschwerde unmittelbar an die entsprechende Fachabteilung weitergeleitet wird. Weil neben der Stadt die Stadtwerke, die Bogestra und der Umweltservice mit im Boot sind, würden auch Beschwerden rasch bearbeitet, die außerhalb des Hoheitsbereichs der Verwaltung liegen. Dort habe sich das System inzwischen „fest etabliert und uneingeschränkt bewährt“, sagt Gerd Werdelmann, der Leiter des Technisches Betriebs. Gehweg-Schäden erreichten seine Mitarbeiter nun deutlich schneller als durch die eigenen Rundgänge: „Die Bürger sind unsere Kontrolleure.“ Kontrollieren können die übrigens auch, ob ihre Meldung Konsequenzen hatte, wenn sie bei ihrer Beschwerde Namen, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse hinterlassen.

Schnelle Abhilfe verspricht die Stadt, wenn Not am Mann ist, sagt Werdelmann: So müssten verkehrsgefährdende Straßenschäden binnen drei Tagen ausgebessert werden. Wenn es sich denn um eine Gefahrensituation handelt, was für den Bürger nicht immer ersichtlich sei, wie Leitmann erklärt. Manche Melder verwechselten Probleme mit „Schönheitsreparaturen“. Dabei sei es aus Sicht der Stadt anders zu bewerten, wenn irgendwo ein Ast auf die Straße ragt oder Unkraut an einer Baumscheibe sprießt. Ähnlich verhält es sich mit gern moniertem Grün-Überwuchs an Gehwegen. Der, sagt Leitmann, stamme oft von Privatgrundstücken. Und da hilft dann auch kein Mängelmelder mehr.

 
 

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