LWL-Uni-Klinik Bochum hilft Migranten mit psychischen Leiden

Der ärztliche Direktor des LWL-Universitätsklinikum, Prof. Dr. Georg Juckel (Foto), und der Psychiater Alpay Celik eröffnen am 15. Juni das neue Zentrum für interkulturelle Psychiatrie. Foto: Ingo Otto
Der ärztliche Direktor des LWL-Universitätsklinikum, Prof. Dr. Georg Juckel (Foto), und der Psychiater Alpay Celik eröffnen am 15. Juni das neue Zentrum für interkulturelle Psychiatrie. Foto: Ingo Otto
Foto: WAZ FotoPool
Jetzt gibt es neue Hilfe für fremdsprachige Patienten mit Migrationshintergrund in Bochum. Im LWL-Universitätsklinikum an der Alexandrinenstraße eröffnet am 15. Juni das „ZiP - Zentrum für interkulturelle Psychiatrie“.

Bochum.. Für Menschen mit Migrationshintergrund, die unter psychischen Störungen leiden, gibt es in Bochum bald eine spezielle Klinik. Sie heißt Zip - Zentrum für interkulturelle Psychiatrie. Es ist im LWL-Universitätsklinikum an der Alexandrinenstraße 1 untergebracht. Acht Ärzte und Mitarbeiter kümmern sich um solche Patientinnen und Patienten, die wegen sprachlicher und kultureller Barrieren oder wegen mangelnden Vertrauens in deutsche Institutionen bisher nicht den Weg zum Therapeuten, Psychologen oder Psychiater gefunden haben. Im Angebot sind unter anderem individuell angepasste Therapiekonzepte, aber auch offene Gruppentherapien.

„Wir wollen uns der individuellen Situation annehmen“

„Wir wollen uns der individuellen Situation des psychisch erkrankten Migranten annehmen“, sagt der Leiter des Zip, Alpay Celik. Er ist Psychiater und hat selbst einen Migrationshintergrund, einen türkischen. Er und sein Team wollen sich zum Beispiel um Migranten mit türkischen, russischen, polnischen oder spanischen Wurzeln kümmern. „Selbstverständlich zählen zu unserem multiprofessionellen Behandlungsteam neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus unterschiedlichen Berufsgruppen und eigenem Migrationshintergrund auch mehrsprachige Kolleginnen und Kollegen.“ Außerdem will man Dolmetscher engagieren. Dadurch sollen auch Fehldiagnosen vermieden werden. Außerdem werden sich die Mitarbeiter mit Fortbildungen die notwendige „Kultursensibilität“ verschaffen.

Behandelt werden - zum Beispiel - fremdsprachige Patienten mit (post)traumatischen Flüchtlingserfahrungen, mit Suchtproblemen und mit Depressionen.

Anzahl der Migranten steigt an

Der ärztliche Direktor des LWL-Universitätsklinikums, Prof. Dr. Georg Juckel, verweist auf die wachsende Anzahl an Migranten in dieser Region. Im Jahr 2010 hatten rund 55.500 Menschen in Bochum einen Migrationshintergrund – etwa 19 Prozent der Bevölkerung. Bald würden es 30 Prozent sein, sagt Juckel. Ein ähnliches Angebot wie das Zip gebe es erst wieder im Rheinland, sagt Juckel.

Am 15. Juni wird das Zip offiziell eröffnet. Ab 16 Uhr gibt es - öffentlich - viele Infos und zwei Vorträge. Die Titel: „Aktuelles zur Migrationspsychiatrie“ und „Sind MigrantInnen anders depressiv?“

 
 

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