Linke in Bochum: Polizeipräsidentin soll Stellung beziehen

Sinan Sat
Die Bochumer Polizistin Tania Kambouri wird viel kritisiert, aber auch gelobt. Sie behauptet, dass junge muslimische Männer krimineller sind, als andere.
Die Bochumer Polizistin Tania Kambouri wird viel kritisiert, aber auch gelobt. Sie behauptet, dass junge muslimische Männer krimineller sind, als andere.
Foto: Verlag
Die Bochumer Polizistin Tania Kambouri behauptete, das BKA fälsche Zahlen zur Flüchtlingskriminalität. Nun fordert die Linke die Polizeipräsidentin zum Handeln auf.

Bochum. Seit Wochen erntet die Bochumer Polizistin viel Kritik auf der einen und Lob auf der anderen Seite für ihre Thesen, vor allem junge muslimische Männer hätten keinen Respekt vor der Polizei, würden häufig Gewalt gegen Beamte anwenden und das BKA könnte Zahlen zur Flüchtlingskriminalität fälschen, weil sie "politisch nicht gewollt" seien.

Nachdem Arnold Plickert, Vorsitzende der Polizeigewerkschaft GdP in NRW ("Vertuschung von Statistiken gibt es nicht") und André Schulz, Bundesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter ("Wann gibt es eigentlich das erste Disziplinarverfahren") Kambouri schon scharf kritisiert hatten, fordert jetzt die Linke Bochum Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier zum Handeln auf.

"Für den Streifendienst ungeeignet"

Der Kreissprecher der Linken Amid Rabieh sagt: „Offensichtlich hat Frau Kambouri ihre ganz eigenen Wahrheiten in Bezug auf Migrantinnen und Migranten, die jedoch durch Zahlen und Fakten nicht belegt werden können. Ihre neuerlichen Äußerungen zu der vermeintlichen Beschönigung von Statistiken durch das BKA bestärken den Eindruck, dass ihre persönlichen Vorurteile gegenüber Migrantinnen und Migranten ihre Dienstausübung beeinflussen. Wer sich bei polizeilichen Maßnahmen an Religion und nationaler Herkunft orientiert, ist für den Streifendienst ungeeignet."

Die "kulturrassistischen Äußerungen" in Kambouris Buch "Deutschland im Blaulicht: Notruf einer Polizistin" seien nach Rabiehs Ansicht keineswegs reine Privatsache. Nichtzuletzt, weil Kambouri für das Titelbild ihres Buches in Dienstuniform posiert, sei es für die Linke unverständlich, dass die Bochumer Polizei und Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier, "Kambouris Äußerungen als reine Privatsache titulieren".

"Wir erwarten von der Polizeipräsidentin, dass sie ihre verharmlosende Haltung bezüglich der Äußerungen von Frau Kambouri korrigiert", so Amid Rabieh.

Polizei Bochum fordert von Kambouri mehr Zurückhaltung

Ein Sprecher der Polizei verwies angesichts der Kritik der Linken erneut auf die seit Wochen durch die Behörde zu dem Thema geäußerte Antwort. Kambouri habe ihr Buch als Privatperson geschrieben. Die Aussagen würden lediglich "ihre persönlichen Ansichten repräsentieren".