Zwischen Korn und Kohle

Ein interessanter Blick in die Geschichte: Der Verein für Heimatforschung stellt das Buch „Geschichte der Bauernhöfe in Stiepel“ vor: (v.l.) Hermann Monstadt, Klaus Eichholz  und Gerhard Hagenkötter. Foto: Gero Helm
Ein interessanter Blick in die Geschichte: Der Verein für Heimatforschung stellt das Buch „Geschichte der Bauernhöfe in Stiepel“ vor: (v.l.) Hermann Monstadt, Klaus Eichholz und Gerhard Hagenkötter. Foto: Gero Helm
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Der Stiepeler Verein für Heimatforschung stellt ein neues Buch zur Geschichte der Bauernhöfe im Süden und Südwesten vor. Die Recherche dauerte zehn Jahre.

Südwest..  Die Geschichte der Bauernhöfe zwischen Stiepel und Sundern ist vielfältig: „Als ich mit der Arbeit an dem Buch begann, wusste ich nicht, dass es zehn Jahre dauern würde. Ich hätte möglicherweise damit erst gar nicht begonnen.“ Damit eröffnete Klaus Eichholz bei der Buchvorstellung zu „Zwischen Korn und Kohle – Geschichte der Bauernhöfe in Stiepel“ seinen Vortrag zum neuen Werk des Stiepeler Vereins für Heimatforschung.

Zum Glück, denn Eichholz gibt als Autor der Geschichte der Stiepeler Landwirtschaft (auf über 200 Seiten) all denjenigen ein Gesicht, die über ein Jahrtausend durch ihre Arbeit die Landschaft in der Region prägten. Letzteres wird dadurch vertieft, dass er auch eine Chronik über 43 Bauernhöfe und ihrer „Familien“ über die Generationen in den sechs Bauernschaften im Bochumer Süden und Südwesten schreibt.

Eichholz schrieb das vom Heimatverein herausgegebene Buch nicht allein. Gerhard Hagenkötter und Hermann Monstadt brachten sich mit der Geschichte der landwirtschaftlichen Organisationen, des regionalen Brauchtums sowie der Landtechnik ebenfalls mit ein.

„Truhen, Kisten und Koffer“

„300 Seiten mit 380 Bildern und Karten beschreiben das landwirtschaftliche Leben von Anfang an bis heute“, erklärte Eichholz weiter. Die Recherche dazu ermöglichten die Bauernfamilien selbst, indem sie den 71-Jährigen zu Hause in „Truhen, Kisten und Koffer“ gucken ließen und so alte Unterlagen bereitstellten. Sie sind im Buch zum Teil bildlich verewigt.

Weitere wichtige Quellen waren für den ehemaligen Markscheider historische Archive, unter anderem das vom Kloster Werden. Dort wird „Stipula“ in der Urbar des Stiftes im Jahr 883 zum ersten Mal erwähnt. „Die dort erwähnten Namen Folkward, Thiadward und Theganrad waren nicht zuzuordnen, weil das nur Vornamen sind“, so Eichholz.

Ab dem Mittelalter bis hin zur französischen Revolution, die die Bauern zu Besitzern ihres bearbeitenden Landes machte, wird die Quellenlage für die sechs Bauernschaften Brockhausen (teilweise Bochum-Sundern), Mittel- und Oberstiepel, Haar, Schrick und Buchholz (heute Witten) immer besser. Die erste landwirtschaftliche Selbstorganisation mit dem „Landwirtschaftlichen Local Verein“ gründete sich allerdings erst am 3. Januar 1886. Danach ging es schneller weiter.

Zielgruppe sind auch die vielen Stiepeler, die in den 60-er und 70-er Jahren in den Stadtteil zogen. „Sie erkennen damit, was hier mal war“, betonte der Vereinsvorsitzende Wilhelm Hensing „Ein Fragebogen unseres Vereins in den 90-er Jahren war der Ausgangspunkt“, erinnerte Hensing. Gerda Hofstiepel wurde im Anschluss gedankt, weil sie der treibende Motor bei dem Projekt gewesen sei. Der ehemalige Landwirtschaftsminister Jochen Borchert bedankte sich in einem Grußwort und unterstrich, dass es gelungen sei, das bäuerliche Leben gut darzustellen.

Das Buch wird am Samstag, 5. Mai, in den Verkauf kommen. Erhältlich ist es am Stand des Stiepeler Vereins für Heimatforschung beim Traditionsfest „Maibaumporten“. Das Buch im DIN A4-Format mit vielen historischen Fotos und alten Karten kostet 30 Euro. Es gibt 300 Exemplare. Ab Montag, 7. Mai, gibt es das Buch auch bei der Volksbank Stiepel.

 
 

EURE FAVORITEN