LDKC bringt Ruhr in Wallung

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Dahlhausen.  „Tag der offenen Tür“ beim Linden-Dahlhauser Kanu-Club war mit rund 500 Besuchern ein voller Erfolg .

Nicht nur die Bundesregierung in Berlin veranstaltete am vergangenen Wochenende einen „Tag der offenen Tür“. Im Rahmen der Aktion „Deutschland bewegt sich“ waren am Sonntag bundesweit Kanu-Clubs des Deutschen Kanu-Verbands (DKV) dazu aufgerufen, ihr sportliches Angebot der Öffentlichkeit zu präsentieren. Für den rund 400 Mitglieder starken Linden-Dahlhauser Kanu-Club (LDKC) stand schnell fest: Da machen wir mit.

Denn wie es die Vereinssprecher Thorsten Steiner und Uwe Martini ganz offen formulierten, birgt ein solcher Aktionstag immer die Möglichkeit, „dass ein paar Nachwuchssportler hängen bleiben“. Zwar sei man mit „rund 50 aktiven Kindern und Jugendlichen“ gut aufgestellt, so Martini, „uns steht jedoch ganz klar vor Augen: Je größer die Basis, desto größer die Chance, Nachwuchswettkämpfer heranzubilden, die es schaffen, ganz nach oben durch zu kommen.“

Nicht nur die vielen Pokale im Vereinsheim verraten es: Beim LDKC wird nicht nur ein bisschen zum Spaß gepaddelt. Der Verein hat klare Ambitionen, wettkampfmäßig gut aufgestellt zu sein.Gerade jetzt habe der Verein mit Sportstudent Philipp Kahrnstein (25) einen „Cheftrainer, der Sieger macht“, wie Vereinsvorstand Ralf Höfgen lobte. Nicht erst seitdem sind Jungs und Mädels, idealerweise nicht älter als 10, 11 Jahre, die in den Rennbootsport einsteigen möchten, willkommen.

Dass andere Kanu-Clubs weit weniger engagiert sind, Neu-Mitglieder mit einem „Tag der offenen Tür“ anzuwerben, irritierte und enttäuschte nicht nur Pressewart Martini sichtlich, als am Ende des mit rund 500 geschätzten Besuchern äußerst gut angenommenen Aktionstages Vereinsmitglied Thorsten Steiner die Nachricht überbrachte, bundesweit hätten sich von rund 1000 Kanu-Clubs gerade mal „um die 50“ beteiligt.

Der LDKC, der sich bereits alljährlich beim Sommerfest mit den beliebten „Elefantenbootrennen für Jedermann“ an die Öffentlichkeit wendet, und damit auch in diesem Juni wieder für eine „Mordsgaudi“ sorgte, hatte hingegen an diesem Tag große Geschütze aufgefahren, um den Kanusport mit seinen Zweigen Rennsport, Wanderbootsport und Drachenbootsport in attraktives Licht zu rücken: Die Besucher konnten nicht nur bei Schnupperfahrten erleben, „wie schön das Paddeln auf der Ruhr sein kann“. Der LDKC gewährte seinen Besuchern auch Einblicke in die Geselligkeit des Vereinslebens. Vier Bootstaufen wurden an diesem Nachmittag durchgeführt. Im LDKC ist es Brauch, neu in Betrieb genommene Boote entweder durch ältere Vereinsmitglieder taufen zu lassen oder durch Sponsoren. Vier Boote wurden mit Ruhrwasser getauft, das man zu diesem Zweck mit einem riesigen, rund zwei Liter fassenden Wanderpokal, aus der Ruhr geschöpft hatte.

Das filigrane Rennboot von Steven Galeski, ein weißer Canadier, mit dem der 16-Jährige an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen wird, erhielt den Flussnamen Eder. Ebenfalls mit Ruhrwasser getauft wurde ein viergeschossiges Lagergerüst speziell für Drachenboote. Nachdem der Verein 2007 mit zwei gekauften Zwölf-Meter-Drachenbooten den Einstieg in den Mannschaftssport vollzogen hatte, reichte die Lagerkapazität des Bootshauses nicht mehr aus. Der Konstrukteur der Drachenboot-Garage, Bauleiter Johannes „Johnny“ Montag, wurde per Videokonferenz aus Taiwan zur Taufe zugeschaltet: Noch ein Beleg für das große Engagement, das der LDKC an den Tag legt

 
 

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