Festgottesdienst

Südwest.  Ost-West-Arbeitskreis kann in die Heimkehrer-Dankeskirche ausweichen.

Für den Bochumer Ost-West-Arbeitskreis unter seinem Vorsitzenden Gerhard Katzer ist der Tag der Deutschen Einheit in diesem Jahr am Sonntag, 3. Oktober, ein besonderer Festtag. Vor 20 Jahren wurde die Deutsche Einheit vollzogen. „Das ist“, meint Katzer, „ein besonderer Grund, Gott Dank zu sagen für eine wunderbare Fügung.“

Der Arbeitskreis hat sich in der Vergangenheit nicht nur um die deutsche, sondern um die Teilung ganz Europas durch den „Eisernen Vorhang“ gekümmert. In Bochum wurden Akzente gesetzt, um Grenzen durch besondere Aktionen zu durchbrechen. Der Ost-West-Arbeitskreis hat sich bundesweit Verdienste erworben.

Er Arbeitskreis feiert diesen Tag mit einer Dankmesse und anschließender Feier im Kolpinghaus, Maximilian-Kolbe-Straße. In den vergangenen Jahren wurde dieser Gottesdienst von bis zu 800 Teilnehmern besucht. Er fand aufgrund seiner Bedeutung immer in der Propsteikirche St. Peter und Paul statt. Doch in diesem Jahr hat sich das geändert. Propst Ludwig lehnt die Messe um 16 Uhr in seiner Kirche ab. Gestattet seien nur eine Beteiligung an einem feststehenden Gottesdienst, zum Beispiel um 11.45 oder 18.30 Uhr. Da bis zu 1 000 Gäste aus dem ganzen Ruhrgebiet erwartet werden, kann der Arbeitskreis den schon lange geplanten Gottesdienst um 16 Uhr aber nicht mehr verschieben. Die Absage hat großes Unverständnis ausgelöst, zumal in diesem Jahr Zelebrant und Prediger Pater Imre Kozma aus Budapest in Ungarn ist, der eigens zur Feier des 20. Jahrestages der Einheit nach Bochum kommt.

Pater Kozma wurde bekannt als Anwalt der Deutschen aus der DDR im Jahre 1989. Er hat Tausende von Menschen in seiner Kirche und in Zelten auf dem Kirchengelände versorgt, bis sie Ungarn verlassen durften. Für seine Hilfe wurden ihm neben dem Bundesverdienstkreuz viele internationale Auszeichnungen und Ehrungen verliehen.

Aber der für das gesamte Ruhrgebiet bedeutsame Gottesdienst kann am Sonntag, 3. Oktober, um 16.30 Uhr mit Pater Imre Kozma trotz der Ablehnung durch Propst Ludwig in Bochum stattfinden. Pfarrer Norbert Humberg von St. Franziskus hat sich mit großer Freude bereit erklärt, die Heimkehrer-Dankeskirche an der Karl-Friedrich-Straße zur Verfügung zu stellen. Mit ein Grund für sein „Ja“: „Die Heimkehrer-Dankeskirche ist Kulturtankstelle und Mahnmal für Frieden und Versöhnung unter den Völkern. Die Einheit ist ein Wunder gewesen. Wir wollen gemeinsam Gott für seine unerklärliche Fügung danken.“

 
 

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