Letzte Etappe am Westkreuz beginnt

Vermessungsarbeiten an der neuen Darpestraße, sie bekommt eine neue Trassse wegen des Autobahnkreuzes.
Vermessungsarbeiten an der neuen Darpestraße, sie bekommt eine neue Trassse wegen des Autobahnkreuzes.
Foto: WAZ
Durch Abstimmungsprobleme zwischen Bund und Land haben sich die Arbeiten am Westkreuz verzögert. Bald soll es weitergehen. In der nächsten Woche findet die Vergabe der Aufträge statt.

Bochum.. Aus dem Winterschlaf aufgewacht ist die Baustelle des künftigen Westkreuzes. Obwohl der insgesamt milde Winter die Arbeiten nur zeitweise behindern konnte, hakte es. Die Gründe für die recht lange „Zwangspause“ in großen Teilen des Knotenpunktes liegen im komplizierten Vergabeverfahren und in der Abstimmung zwischen Bund und Land. Projektleiter Rolf Witte gibt sich jedoch optimistisch, dass es jetzt rasch weiter geht: „Die Vergabe der Aufträge findet in der nächsten Woche statt.“

Die seit Monaten komplett fertiggestellten Brücken spannen sich derzeit noch als nutzlose Beton-Denkmäler über die Autobahn. Wenn in wenigen Wochen die Bagger anrücken, beginnt das letzte Kapitel in der mehr als dreijährigen Baugeschichte. Es gilt, 320 000 Kubikmeter Erdreich zu bewegen. Rund 32 000 einzelne Lastwagen-Fahrten sind dafür notwendig. Dabei haben die Brummis oft nur wenige hundert Meter Entfernung zu überbrücken. Denn das Material für Rampen und den Untergrund der Fahrbahnen stammt zum großen Teil direkt von der Baustelle.

Sicherheitsdebatte wieder aufgerollt

Dass es nach dem Tagesbruch an der Wattenscheider Straße zum Jahreswechsel, der nach einem Gutachten eindeutig auf einen Bergschaden zurückzuführen ist, auch wieder zu einer Sicherheitsdebatte gekommen ist, versteht Rolf Witte schon. Aber: „Wir haben alles getan, was für die Standfestigkeit des Autobahnkreuzes getan werden musste.“ Mit speziellen „Geotextilien“ wird an besonders sensiblen Stellen die künftige Fahrbahn der A 40 im Bereich des Kreuzes gesichert, um möglichen Bergschäden vorzubeugen. Bis es mit den Erdarbeiten richtig losgeht, laufen zur Zeit die Arbeiten an der Unterführung des Thyssen-Krupp-Werksbahn auf Hochtouren. Wer derzeit mit dem Auto vom Donezkring zur Wattenscheider Straße fährt, bekommt seine konkrete Vorstellung vom künftigen Straßenverlauf. Noch endet die Rampe aber direkt am Bahndamm. Doch schon sind Bagger dabei, den Boden für die Fundamente der Brücke – über die später die Güterzüge des Stahlkonzerns rollen werden – vorzubereiten.

[kein Linktext vorhanden]„Durch das jetzt gewählte Verfahren konnten wir die Bauzeit für die Brücke um etwa ein dreiviertel Jahr verkürzen. Über eine Notbrücke rollt jetzt der Werksverkehr“, so Witte. Thyssen-Krupp nützt übrigens die Gelegenheit der Mega-Baustelle, um die aus den 50er Jahren stammende Brücke über die Wattenscheider Straße im eigenen Werk aufzubereiten. Sie soll später wieder an gleicher Stelle eingebaut werden.

Kreuz soll im nächsten Jahr freigegeben werden

Das komplette Kreuz, das eigentlich eher ein Dreieck ist, soll voraussichtlich Mitte nächsten Jahres freigegeben werden. Zuvor läuft die Eröffnung einzelner Abschnitte häppchenweise – geht alles nach Plan, machen die Autofahrer, die vom Donezkring Richtung Essen fahren werden, den Anfang. Darauf wird die neue Auffahrt in Richtung Dortmund aus gebaut.

Diese Arbeiten stehen am Beginn einer zweiten gewaltigen Lkw-Karawane. Nicht geteert und gefedert, aber geteert und gewalzt werden 120 000 Quadratmeter Fahrbahndecke. Für die Fans von Vergleichen sind dies in Fußballfeldern ausgedrückt knapp 17 klassische Spielflächen, an Asphaltfläche.

Natürlich bedeutet dies für die Umwelt, dass erneut großen Flächen versiegelt wird. Allerdings haben die Ingenieure ein wenig dazugelernt. Das Oberflächenwasser wird über zwei Regenrückhaltebecken gesammelt und über ein Kanalsystem dem Kabeisemannsbach zugeführt. Diesen renaturiert gerade die Emschergenossenschaft.

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