Leser erkunden neues Bettenhaus des St. Josef-Hospitals

Jürgen Stahl
WAZ-Leser besichtigten die neue Komfortstation des St.- Josef-Hospitals.
WAZ-Leser besichtigten die neue Komfortstation des St.- Josef-Hospitals.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
20 WAZ-Leserinnen und Leser haben am Donnerstag bei einer exklusiven Führung das neue, 17 Mio. Euro teure Bettenhaus des St. Josef-Hospitals erkundet. Besonders spannend: die Komfortstation für Privatpatienten. Am Samstag findet ein Tag der offenen Tür statt.

Bochum. „Fehlt nur der Meerblick.“ Die WAZ-Gruppe fühlt sich „wie im Hotel“. Immerhin bietet die Komfortstation alles, was auch eine Nobelherberge auszeichnet. „Dumm nur“, brummt es von ganz hinten, „dass man hier krank ist.“

Im Rahmen einer Feierstunde hat das Katholische Klinikum am Mittwoch sein neues Bettenhaus eingeweiht. Am Samstag ist Tag der offenen Tür. Bereits am Donnerstag konnten 20 WAZ-Leserinnen und -Leser an einer Exklusivführung durch den 17-Mio.-Euro-Komplex teilnehmen, den der Ärztliche Geschäftsführer Prof. Dr. Peter Altmeyer als „Investition für die Bochumer Bürger“ preist: „Die alten Drei- und Vierbettzimmer ohne Nasszelle sind längst nicht mehr zeitgemäß.“ Der Neubau mit insgesamt 151 Betten sei zudem „die Antwort auf die aktuelle Klinikkeim-Diskussion“: Jede Station verfügt über vier Isolierzimmer (mit Schleusen) für Patienten mit MRSA-Infektionen.

Reminiszenz an Vincenz-Orden

Die WAZ-Leser sind schon von den „normalen“ Räumen auf den Etagen 1 bis 3 (Dermatologie, Gefäßchirurgie, Strahlentherapie und Onkologie) angetan: allesamt freundlich eingerichtete Ein- und Zweibettzimmer mit Aufenthaltsräumen, die so gar nichts mehr mit den öden „Wartezonen“ von einst gemein haben.

Das Aha-Erlebnis erwartet die WAZ-Gruppe im 4. Obergeschoss. 28 helle und geräumige Einzelzimmer, Holzfußboden, bodentiefe Fenster, edles Mobiliar, Flatscreen-TV, opulenter Balkon, ein erstklassiges Bad: Die Komfortstation (bereits die zweite im St. Josef-Hospital) bietet das Ambiente eines modernen 4-Sterne-Hotels. Bei der Namensgebung indes hat sich die Geschäftsführung an der Vergangenheit orientiert: Die „Vincenz-Station“ erinnert an die Barmherzigen Schwestern vom Orden des heiligen Vincenz, die ab 1911 im St. Josef-Hospital arbeiteten. Die Ordensschwestern selbst hätten wohl nie die Chance gehabt, first class gepflegt zu werden: Kassenpatienten müssen für die Komfortstation täglich 150 Euro Zuschlag zahlen. Privatpatienten werden in der Regel preiswerter gebettet.

Insgesamt hoher Standard

Dass man sich gleichwohl auch auf den Regelleistungs-Stationen wohlfühlen kann, hat Bereichsleiter Otfried Priegnitz in den ersten Betriebswochen beobachtet: „Manche Patienten, die neu aufgenommen werden, glauben anfangs, sie wären auf der Komfortstation. Das spricht für den hohen Standard im gesamten Neubau.“

Nach 90 Minuten endet die Führung. Bei Kaffee und Kuchen werden die vielen Eindrücke ausgetauscht. Die WAZ-Leser zeigen sich beeindruckt. „Klar: Vor allem die Komfortstation ist toll.“ Doch Brigitte Berg bringt es auf den Punkt: „So schön es hier ist: Ich bin trotzdem froh, wenn ich die Klinik nur von außen sehe.“