Leerstand bleibt ein Dauerthema

Andreas Rorowski
Geschlossen ist die dritte Etage im City-Point – mangels Belegung. Möglichst bald soll sich das ändern.
Geschlossen ist die dritte Etage im City-Point – mangels Belegung. Möglichst bald soll sich das ändern.
Foto: WAZ FotoPool / Ingo Otto
Dauerhafte Leerstände beschäftigen den Betreiber zwei Shopping-Center in Bochum. Im City-Point ist ein Großmieter für die verwaiste dritte Etage im Gespräch. Die Drehscheibe soll im Untergeschoss neue Mieter haben. Fakt ist: In beiden Immobilien sind etliche Ladenlokale frei.

Bochum. Um eine Attraktion reicher werden soll die Einkaufsstadt Bochum – wenn erst mal der neue Justizkomplex fertig gestellt ist, der alte abgerissen ist und an seine Stelle im Viktoria-Quartier Investor HBB seine Pläne für ein „mehrteiliges“ Einzelhandels- und Dienstleistungsensemble realisiert hat. Weitere 20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche soll es dann geben.

Dabei scheint der Markt schon jetzt gesättigt zu sein. Seit geraumer Zeit gibt es jedenfalls in den Shoppingmalls City-Point und der Drehscheibe nennenswerte Leerstände, die der Immobilienmanager ECE bislang nicht oder nur zum Teil beseitigen konnte. Besonders markant ist das beinahe leer gefegte Untergeschoss in der Drehscheibe, wo drei bis vier Ladenlokale verwaist sind, eine breitflächige Werbung indes Großes verheißt: „Hier setzen wir für sie ein neues Highlight in Szene. Demnächst noch sensationeller, vielfältiger.“ Was es ist, darüber hüllte sich ESC in Schweigen. Der oder die Mieter entschieden, wann und wie sie über eine Neubelegung informieren.

Drittes Obergeschoss erst gar nicht zu erreichen

Auf der anderen Seite der Kortumstraße herrscht im City-Point im oberen Bereihe gähnende Leere. „Wir bauen für sie um“, heißt es auf einem Banner in der zweiten Etage. Das dritte Obergeschoss ist erst gar nicht zu erreichen. Die Rolltreppe steht, an ihrem Fuß verrät ein Schild: „Sehr geehrter Besucher, das dritte Obergeschoss bleibt vorübergehend geschlossen. Wir bitten um Verständnis.“

Die, wenn es nach ECE-Regionalleiter Ulrich Schmitz geht, so lange nicht mehr strapaziert wird. Sein Unternehmen stehe in weit fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem Großmieter aus der Freizeitbranche. Das klingt vielversprechend, erinnert aber auch frappierend an eine Äußerung der früheren Center-Managerin Sonja Pichler. „Was die Etagen zwei und drei im City-Point angeht, so stehen wir in abschließenden Verhandlungen mit Großmietern, die komplette Stockwerke in Anspruch nehmen wollen. Ich bin zuversichtlich, dass wir schon in zwei Wochen eine Erfolgsmeldung herausgeben können.“ Das war Ende Juli 2012.

„Das ist keine einfache Fläche“

Geklappt hat der vermeintliche Coup damals offenbar nicht. Es könne immer mal wieder ein „Dealbreaker“ dazwischen kommen, so Ulrich Schmitz. Denn: „Das ist keine einfache Fläche.“

Mehrgeschossige Malls, noch dazu kleinteilig angeordnet, seien schwierig – eben dann, wenn es um die Vermietung der Flächen in den höheren Etagen geht. „Das haben wir in der Vergangenheit leidvoll erfahren“, sagt Center-Managerin Anne Marschner. Deshalb gebe es seit geraumer Zeit Überlegungen, in den oberen Etagen umzubauen und ein großes Ladenlokal zu schaffen. Es gebe vielversprechende Gespräche zwischen Betreiber ECE, dem Eigentümer der Immobilie und einem potenziellen Mieter. Derweil betont Regionalleiter Ulrich Schmitz: „Bis jetzt haben wir die Immobilien immer gut ausgelastet.“ Bei 7,5 Prozent liege der Leerstand, „was für eine Shopping-Center keine unübliche Anzahl darstellt.“

In der Drehscheibe kündigt sich derweil der nächste Auszug an. Nach 35 Jahren betreibt der „Mens Shop“ im Erdgeschoss gerade seinen Räumungsverkauf und wird damit die Leerstandquote weiter nach oben schrauben. Die leeren Geschäfte im Untergeschoss seien zwar bereits vermietet, so ESC-Regionalleiter Schmitz. Die Leerstandsquote wird das allerdings nicht drücken. In den 7,5 Prozent sind die noch nicht bezogenen, aber offenbar vermieteten Ladenlokale nämlich bereits eingerechnet.

Beide Center gehören Immobilien-Fonds

Die beiden Shopping-Center links und rechts der Kortum-
straße werden wie 187 weitere Shopping-Center von der Hamburger ECE Projektmanagement GmbH betreut. Zwar sind die Gebäude miteinander verbunden, sie gehören aber zu unterschiedlichen Immobilienfonds.

Der 1956 errichtete und mehrfach, zuletzt 2003 sanierte City-Point mit einer Mietfläche von 10 597 qm gehört zum Europa-Fonds der Deka Immobilien Investment GmbH. Im Fondsbericht vom 30. September 2013 ist von einer vermieteten Flächen von 73 Prozent über 2013 hinaus die Rede, der Leerstand betrage 26 Prozent. Der Wert der Immobilie wird auf etwa 20 Millionen Euro taxiert, der Jahresreinertrag liege bei 2,28 Millionen Euro.

Die 1984 errichtete Drehscheibe mit einer Mietfläche von 12 300 qm ist Teil des DB (Deutsche Bank) Immobilien Fonds II. 75 Prozent der Anteile hält die Rreef Management GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Bank. Der Wert des Gebäudes wird auf 19,3 Millionen Euro taxiert. Ende 2012 lag der Vermietungsstand bei 90,4 Prozent. In diesem Jahr laufen sechs Mietverträge (7,0 Prozent der Fläche) aus, 2015 sind es drei (21,4 Prozent).