„Leben des Brian“-Vorführung landet vor dem Amtsgericht

Die Gruppe „Religionsfrei im Revier“ mit (v.l.) Martin Budich, Thomas Wellenreuther, Gunnar Teriet und Heike Jackler soll 300 Euro Bußgeld bezahlen.
Die Gruppe „Religionsfrei im Revier“ mit (v.l.) Martin Budich, Thomas Wellenreuther, Gunnar Teriet und Heike Jackler soll 300 Euro Bußgeld bezahlen.
Foto: Lars Heidrich
Die Gruppe „Religionsfrei im Revier“ hat ihr erstes Ziel erreicht: Über den Verstoß gegen das Karfreitag-Gesetz wird vor Gericht verhandelt.

Bochum.. Die Gruppe „Religionsfrei im Revier“ sieht ihr erstes Etappenziel erreicht: Kurz vor Weihnachten landet die Posse um „Das Leben des Brian“ vor dem Amtsgericht.

300 Euro zuzüglich Gebühren und Auslagen: Auf 328,50 Euro summiert sich das Bußgeld, das Martin Budich vom Rechtsamt aufgebrummt wurde. Als Sprecher der Initiative „Religionsfrei im Revier“ soll er die Verantwortung dafür tragen, dass am Karfreitag 2014 im Sozialen Zentrum an der Josephstraße der Monthy-Python-Klassiker „Das Leben des Brian“ öffentlich vor über 100 Besuchern gezeigt wurde. Das nämlich ist verboten. So weist es das NRW-Feiertagsgesetz aus. „Brian“ steht auf dem Karfreitag-Index.

2013 hatten die Atheisten um Martin Budich erstmals gegen das Gesetz verstoßen. „Wir lassen uns am Karfreitag nicht zu depressivem Verhalten nötigen!“, präsentierten sie die Jesus-Satire aus dem Jahr 1979 im Sozialen Zentrum. Die Stadt stellte das Bußgeldverfahren damals ein – sehr zum Bedauern der Gruppe, die mit der „bewussten Provokation“ das Feiertagsgesetz nicht nur als unzeitgemäß anprangern, sondern dagegen auch einen juristisch Feldzug führen will.

Film soll auch am Karfreitag 2016 gezeigt werden

Dazu bietet sich nun die Gelegenheit. Die Stadt erkennt in der Wiederholung des „Brian“-Abends 2014 eine „vorsätzliche Begehung der Ordnungswidrigkeit“ und stellte Budich den Bußgeldbescheid zu. Mit Freude legte dessen Anwalt Erich Eisel Widerspruch ein, so dass der Rechtsstreit am 14. Dezember um 10 Uhr vor dem Amtsgericht verhandelt wird. Genau das hat die Religionsfrei-Gruppe gewollt – und zeigt sich nicht gewillt, einem „zu erwartenden“ (Budich) Vergleich oder gar einer Verurteilung zuzustimmen. „Wir gehen gerne weiter bis zum Landgericht, notfalls auch bis zum Bundesgerichtshof und Bundesverfassungsgericht, um prüfen zu lassen, ob eine derartige klerikal motivierte Bevormundung mit dem Grundgesetz vereinbar ist“, kündigt Budich gegenüber der WAZ an.

Derweil lässt die Initiative keinen Zweifel, „Brian“ nach 2015 auch Karfreitag 2016 zu zeigen. Die Stadt gibt mit Verweis auf das schwebende Verfahren keinen Kommentar ab.

 
 

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