Wolkenbruch und leise Klänge

Traditionals und Klassiker hatte die Gruppe im Programm.
Traditionals und Klassiker hatte die Gruppe im Programm.
Foto: bei Eberhard Franken WAZ
Seefest in Ümmingen hat viel Traditionelles zu bieten: Absperrungen und Starkregen. Neu mit Reiterstaffel

Ost. Wenn die Industriestraße zugeparkt ist, wenn die jungen Leute vom CVJM Hiltrop die Einfahrt zum Ümminger See kontrollieren und nicht jeden reinfahren lassen - dann ist Seefest. Und wenn es an mindestens einem Tag heftig regnet weiß ohnehin jeder: Dann ist Bürgerwoche.

Mitorganisator Karl-Heinz Kranz, im „Zivilberuf“ Schriftführer der Bezirksvertretung, bilanzierte heftigsten Regen für Sonntag, 14 Uhr. Zwei berittene Polizistinnen hatten ab 13.30 Uhr vor einem herannahenden Orkan gewarnt und alle Standbesitzer um Sicherungsmaßnahmen gebeten. Der Wolkenbruch über dem Festplatz war heftig. „Danach“, so Kranz, „haben die Kunsthandwerker haben nach und nach ihre Stände abgebaut.“ Und der Regen habe „einiges an Publikum gekostet. Ist doch auch klar: Wenn ich aus dem Fenster sehe und dann entscheide, ob ich rausgehe oder nicht…“

Mit einem eher leisen, dafür sehr harmonischen Auftritt war am Samstag die Rudolf Steiner Schule am See vertreten. Direkt am Eingang des Festplatzes, gleichsam im Schatten der Fußgängerbrücke, saß ein sechsköpfiger Kreis von Sängern und intonierte zur Gitarre von Friedrich Rollenbeck gekonnt und mehrstimmig Lieder wie das Traditional „Scarborough Fair“, Hannes Waders „Heute hier, morgen dort“ und Leonard Cohens „Hallelujah“. Harald Thon, vor Jahrzehnten Manager der bekannten Bochumer Bands „Strandjungs“ und „Geier Sturzflug“ erläuterte, dass es sich bei dieser Gruppe um einen Kreis von Eltern, Lehrern und Ehemaligen handele, der einerseits regelmäßig zusammen singe, andererseits sich aber auch um die Öffentlichkeitsarbeit der Schule kümmere.

Man hatte die „Schulrikscha“ dabei, die augenscheinlich – wie ein störrisches Pferd - nicht leicht zu fahren war. Daria Thon begleitete deshalb alle, die das dreirädrige Fahrrad besteigen wollten, und half, wenn es nicht weiter ging. Seit zwei Jahren ist das Gefährt im Besitz der Schule. „Wir haben die Rikscha den Grünen abgekauft“, sagte Thon. „und Cem Özdemir war damals der prominenteste Mitfahrer.“

Eine erstaunliche Polizeipräsenz war zu bemerken. Zum einen waren Fußstreifen unterwegs. Es gab aber auch an beiden Tagen je zwei Vertreter der Landesreiterstaffel, die in Dortmund stationiert ist. Polizeihauptmeisterin Nadja Wedding und Polizeikommissar Alex Schittenhelm hatten das Geschehen am See vom Rücken ihrer Pferde aus bestens im Blick. Bezirksbürgermeister Norbert Busche hatte es sich nicht nehmen lassen, die beiden Ordnungshüter persönlich zu begrüßen.

Dass die Besucherzahlen auch beim Seefest zurückgegangen sind, war offenkundig. Das stellte auch Horst-Dieter Kuligga fest, der langgediente Verwaltungsboss im Bochumer Osten, der auch im Ruhestand noch bei „seiner“ Bürgerwoche hilft: Am Sonntag war er schon um 6 Uhr auf dem Festplatz. Am Samstag hatte er noch erzählt, , dass man vor Jahren noch durch den Bauerngarten vor Suntums Hof gehen musste, wollte man die Seite des Festplatzes wechseln. „Das war damals immer alles so eng“, erinnerte er sich, „dass man das Gedränge vor den Bühnen mied.“

 
 

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