Willkommen auf dem Rheinischen Esel

Der Radweg "Rheinischer Esel" wurde mit einem Volkslauf eingeweiht. Foto: Gero Helm
Der Radweg "Rheinischer Esel" wurde mit einem Volkslauf eingeweiht. Foto: Gero Helm
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Etwa 600 Läufer freuten sich über die Eröffnung des neuen Rad- und Wanderweges zwischen Langendreer und Witten. Die „Volksbänke“ entlang der Strecke sind schon jetzt sehr beliebt.

Langendreer.. „Wir hatten noch richtig viele Nachmeldungen“, freute sich Silvia Bärens, die Vorsitzende des Leichtathletikvereins im Sportverein Langendreer 04. Mit ihrem etwa 25-köpfigen Team organisierte sie auf der Langendreerer Seite an der Ober- und Oesterheidestraße den Start zum Benefiz-Sponsorenlauf, der den neuen Radweg „Rheinischer Esel“ zwischen Bochum und Witten offiziell eröffnete.

Anstatt der 300 Teilnehmer, die sich bis Donnerstag in die Starterliste eingetragen hatten, traten etwa 500 bis 600 Läufer auf beiden Seiten der Strecke an. Mit ihrem Startgeld unterstützten sie zugleich die beiden Vereine „Aktiv gegen Brustkrebs“ sowie „Palliativnetz Witten“.

Hans-Hermann Brunholt, der Vorsitzende von Langendreer 04, schickte die Läufer ab 13 Uhr auf die Strecke. In vier Gruppen mit insgesamt etwa 200 Läufern und Walkern ging es los. Die Profi-Läufer starteten zuerst, die Walker bildeten den Schluss. Dadurch kam es nicht zu gegenseitigen Behinderungen auf dem etwa drei Meter breiten Weg entlang der ehemaligen Bahntrasse, von der Rheinischen Eisenbahn im Jahr 1880 angelegt.

Die Läufer waren gut drauf, beklagten allerdings in Teilen die schlechte Ausschilderung zum Startpunkt. „Wir laufen gern auch für einen guten Zweck“, lachten Andrea, Sabrina, Julienne und Vero-nique aus Stiepel. Täglich drehen sie ihre Runden mit Hund Carlos am Kemnader See. Maren und Katrin, Krankenschwestern aus dem Marien-Hospital in Witten, sahen das ebenso: „Wir haben da wohl ein Helfersyndrom“, grinsten sie mit dem Hinweis, dass sie gerne auch ihre Leistungen mit anderen messen: etwa bei Cityläufen in der Region. Der siebenjährige Max dürfte einer der jüngsten Läufer gewesen sein, er brachte seine Mutter Anne mit.

Zehn Kilometer lange Trasse

Ein anderes wichtiges Anliegen hatten Angelika, Brigitte, Christel, Rosemarie und Sabine aus Witten, die zum Nordic Walking antraten. „Wir sind Mitglieder in der Siedlungsgenossenschaft Arbeiterheim, kurz: SAW“, erklärten die fünf älteren Damen. „Heute ist der internationale Tag der Genossenschaften.“ Das war genau der Grund, warum die Eröffnung des „Rheinischen Esels“ an diesem Tag stattfand. Die Volksbank Bochum/Witten unterstützte den Bau der etwa zehn Kilometer langen Trasse durch die Kommunen Bochum und Witten.

Diese brachten dafür 285 000 Euro auf. „Unsere Genossenschaftsbank übernahm die Ausstattung der Strecke mit Rast- und Ruheplätzen“, betonte Vorstand Uwe Schulze-Vorwick. 30 000 Euro investierte die Bank daraufhin in 18 „Volksbänke“ aus Beton mit aufgelegten Sitzgittern, in zwei von dem Künstler Otmar Alt gestaltete Exklusivbänke sowie in den Bau der jeweiligen Standorte am Rand der Trasse. Ab Anfang 2011 wurde die Volksbank an den Planungen beteiligt.

Brigitte und die anderen Frauen von der SAW begleiteten sämtliche Fortschritte am Streckenbau von Anfang an. Das umfasste etwa den Abriss der Brücke an der ehemaligen Mülldeponie, der Bau der A44-Brücke sowie am Ende das Aufschottern und Teeren der Trasse.

Familienfest in Witten

Die eigentliche Einweihung der Trasse fand auf halbem Weg bei einem Familienfest an der Adolf-Reichwein-Realschule in Witten statt. Dort entstand eine kleine Pavillonstadt auf dem Schulhof mit Ständen und Bühne. Dort präsentierten sich neben den vier Hauptaktiven vor allem auch die 17 weiteren am Einweihungstag beteiligten Organisationen. Aus dem Stadtteil waren das die Dorfpostille, der Verein „Langendreer hat’s“ und der SV Langendreer 04. Die beliebte „Putzfrau“ Waltraud Ehlers moderierte auf der Bühne. „3800 Euro sind schon jetzt an Spenden zusammen gekommen“, zog sie nachmittags einen Zwischenstand. Das gab viel Beifall. Am Ende konnten sich beide Vereine über jeweils 3000 Euro an Spenden freuen.

 
 

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