Wenn die Sternwarte zum Ufo wird

Künstlerin Monika Raabe arbeitet in ihren Bildern viel mit Spiegelungen.
Künstlerin Monika Raabe arbeitet in ihren Bildern viel mit Spiegelungen.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Fotokünstlerin Monika Raabe zeigt in der Bücherei Langendreer eine Reihe faszinierender Spiegelungen. Die Originalfotos verfremdete sie weiter und weiter.

Langendreer.  Die Redewendung „Liebe auf den ersten Blick“ kennt jeder. Aber wie ist das mit dem zweiten Blick? Fotokünstlerin Monika Raabe bringt diesen Moment den Besuchern ihrer Ausstellung in der Stadtteilbibliothek an der Unterstraße näher. Unter dem Titel „Der zweite Blick“ hat sie 23 Fotos und Collagen versammelt. Und hier zeigt sich: Monika Raabe liebt Detailaufnahmen.

„Beim ersten Blick für das Foto sehe ich zunächst das Gesamtbild. Das kann eine Landschaft oder ein Gebäude sein“, erklärt die Künstlerin. Erst dann legt die 63-Jährige ihren Bildausschnitt fest. In der Ausstellung sind das etwa Details einer Korbweide an der Ruhr (in dem Bild „Wilde Weide“), die Außenhaut der Sternwarte in Sundern („Bochumer Himmel“) oder die große Rolltreppe auf Zeche Zollverein in Essen („Aufwärts“).

Anschließend verfremdet die pensionierte Grundschullehrerin (sie war u.a. an der Hans-Christian-Andersen-Schule in Gerthe tätig) ihr Foto Schritt für Schritt weiter. Dies geschieht per Handarbeit oder am Computer. Das Bild „Berliner Sommer“ zeigt etwa ein Nebeneinander von neun Fotos eines begrünten Balkons im Sonnenlicht. Das Einzelbild wird Teil einer abstrakten Struktur.

Drehen, Spiegeln und Verdoppeln

Durch Drehen, Spiegeln und Verdoppeln setzt Raabe den Prozess der Verfremdung fort. Die Folge: Die Collagen, die in der Ausstellung zu sehen sind, zeigen das Ausgangsbild aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die formale Bildstruktur tritt noch weiter in den Vordergrund. Besonders augenfällig ist das bei der Fotoarbeit „Araukarie“, die dem Betrachter als ein Mosaik aus Strukturen und Farbe gegenüber tritt. „Das Ausgangsfoto entstand im Botanischen Garten an der Uni“, so die Künstlerin.

Der Betrachter ist also aufgefordert, mitzudenken. Nach dem flüchtigen ersten Blick sollte man sich bei Monikas Raabes Bildern Zeit nehmen, einen zweiten, genaueren Blick zu riskieren. Das ist nicht immer ganz leicht, fasziniert jedoch. Etwa bei „Bochumer Himmel“, wo die Außenhaut der Sternwarte so stark verfremdet wurde, dass sie fast wie ein Ufo am Abendhimmel ausschaut.

Im Jahr 2006 kaufte sie ihre erste Digitalkamera

Monika Raabe begann im Jahr 2006 mit dieser Art des künstlerischen Arbeitens. Damals schaffte sie sich ihre erste Digitalkamera an. Durch Workshops, den Besuchen von Fotoausstellungen und durch einfaches Ausprobieren verfeinerte sie ihre Technik.

Ihre Fotos zeigen nicht nur Ruhrgebiets-Motive. Durch Reisen an die Nordsee, nach Berlin und in die Bretagne entstanden weitere Bilder. Auch sie sind in der Bücherei zu sehen.

 
 

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