Vereine gedenken der Kriegsopfer

Werner Vereine gedachten der Kriegstoten am Ehrenmal in Werne.
Werner Vereine gedachten der Kriegstoten am Ehrenmal in Werne.
Foto: Klaus Pollkläsener
Volkstrauertags-Veranstaltung in Werne. Vertreter des Knappenvereins legten am Mahnmal den Kranz nieder. Salutschüsse des Artillerie-Vereins.

Werne.  Die diesjährige Gedenkstunde zum Volkstrauertag in Werne lief auch gestern nach festen Ritual ab: Die teilnehmenden Vereine trafen sich am Markt von wo aus sie sich zum Mahnmal an der Kreuzung Bolte-/Wittekindstraße in Bewegung setzten.

Die Veranstaltung fand zwar genau in dieser Tradition statt. Gleichwohl war alles anders, weil Wolfgang Rosendahl, der die Veranstaltung seit über 20 Jahren organisierte, fehlte. Er war am vergangenen Freitag verstorben.

Bei allen Teilnehmern herrschte große Anteilnahme, als die Nachricht die Runde machte. „Es war eine ganz andere Stimmung. Die persönliche Betroffenheit war bei allen zu spüren“, fasste Felix Haltt, Kreisvorsitzender der FDP Bochum, zusammen. Mit Dorothea Knopp (CDU), Bezirksvertreterin im Bochumer Osten, hielt er in diesem Jahr die Gedenkansprache. Zu Rosendahl betonte Felix Haltt: „Bei der Vorbereitung der Gedenkveranstaltung war es seine größte Sorge, dass diese aufgrund seiner Erkrankung ausfallen könnte. Sie war ihm eine besondere Herzensangelegenheit.“

Dieter Schoss, Vorsitzender des MGV „Einigkeit 1879 Bochum-Werne“ fand: „Die Veranstaltung lief ruhiger ab: Alle waren sehr nachdenklich.“

Die Begrüßung übernahm nun Gabriele Rüppel, die 2.Vorsitzende der Kyffhäuser Sportschützenkameradschaft Bochum-Werne. „Stellvertretend für Wolfgang Rosendahl, der plötzlich und unerwartet verstarb, begrüße ich sie hier“, erklärte sie sichtlich ergriffen.

Ihre nachfolgende Aufforderung zum Gedenken umschloss nicht nur die Gefallenen zweier Weltkriege, sondern auch verstorbene Bundeswehrsoldaten und alle Opfer, die durch Krieg und Terror im vergangenen Jahr ums Leben kamen. Der „Artillerie Verein Bochum-Werne“ unterstrich das erstmalig mit drei Salutschüssen aus seinen Mörsern.

Die spätere Kranzniederlegung am Mahnmal wich ebenfalls von der Tradition ab. René Rüppel und Horst Dietz (Knappen) legten den Kranz nieder. Gabriele Rüppel, Pressewart Jürgen Kerch und Michael Rosendahl entboten stellvertretend den Opfern den Ehrengruß. Nach der Gedenkveranstaltung luden die Kyffhäuser zum Grünkohlessen in ihr Vereinsheim.

Kyffhäuser trauern um ihren Votsitzenden Wolfnag Rosendahl

Die Kyffhäuser Sportschützenkameradschaft Bochum-Werne von 1871 e.V. trauert um Wolfgang Rosendahl, ihren ersten Vorsitzenden. Er verstarb am vergangenen Freitag im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit. „Mit seinem Tod verlieren nicht nur die Kyffhäuser einen Freund, Kameraden und eine bemerkenswerte Führungspersönlichkeit“, erklärt Gabriele Rüppel, Rosendahls Stellvertreterin im Vereinsvorsitz.

Der gebürtige Werner engagierte sich hingebungsvoll für seinen Stadtteil. Vor allem galt das für den „Werner Treff“. Dort war er lange Zeit stellvertretender Sprecher.

Wichtig war Rosendahl auch die Traditionspflege. „Sein Leben stand für die Kameradschaft und allen Militärangehörigen, insbesondere für die Marine, der er während seiner Wehrdienstzeit angehörte“, sagt Jürgen Kerch, Pressewart der Kyffhäuser. Der Erhalt des Werner Ehrenmals aus den 30er Jahren, das sich noch 1999 in einem trostlosen Zustand befand, war Rosendahl ein Anliegen. 2001 kam es unter seiner Federführung zu einer ungewöhnlichen Sanierung: Die Werner Vereine selbst rissen es ab. Aus dem Ehrenmal für Gefallene des I. Weltkrieges entstand dann ein Mahnmal für Opfer von Krieg und Verfolgung. Jährlich organisierte Wolfgang Rosendahl die Gedenkfeier an Volkstrauertag am Mahnmal. In diesem Jahr fiel deshalb die Veranstaltung ganz anders aus.

Wolfgang Rosendahl feierte im März mit Ehefrau Irmtraud Goldhochzeit. Im September verlieh der Kyffhäuserbund ihm die höchste Auszeichnung – das Kyffhäuserverdienstkreuz am Bande -- für seinen Einsatz auf lokaler, Kreis-, Land und Bundesebene.

Die Trauerfeier ist am Freitag (18. ), 11 Uhr, in der evangelischen Kirche Werne, Kreyenfeldstraße 30.

 
 

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