Rabauken-Schüler feiern in Langendreer freudiges Wiedersehen

Gruppenfoto beim Wiedersehen nach 50 Jahren
Gruppenfoto beim Wiedersehen nach 50 Jahren
Foto: Socrates Tassos
Frühere Schüler der Gemeinschaftsschule am Neggenborn kommen nach 50 Jahren zum Klassentreffen zusammen. Erinnerungen an eine lustige Zeit.

Langendreer..  Ob er der kleine blonde Kerl vorne links ist, oder doch der mit der Brille in der Reihe dahinter? Ganz sicher ist sich Arne Przybilla nicht mehr, als er das schwarz-weiße Klassenfoto betrachtet. Kein Wunder: Das Bild, das den 64-Jährigen mit seinen damaligen Klassenkameraden an der Gemeinschaftsschule am Neggenborn zeigt, ist schließlich vor mehr als 50 Jahren entstanden. „Wir waren eine Rabaukenklasse“, sagt Przybilla munter. Der junge Klassenlehrer voller Ideale, der gerade erst von der Universität gekommen war, habe es nicht leicht mit ihnen gehabt. „Er schrieb am ersten Tag an die Tafel: Mein Name ist Knopp. Die ganze Klasse schrie lachend: Hallo Jimmy – denn gerade war Jim Knopf aus dem Fernsehen bekannt“, erzählt er in der Erinnerung schwelgend.

Mehr als 20 Klassenkameraden hat es jetzt im Wirtshaus Hiby wieder zusammengeführt. Zu verdanken haben die ehemaligen Schüler das Margarethe Nitsche-Dinges. In mühevoller Puzzlearbeit hat sie die Klassenliste rekonstruiert. „Bei den Mädchen war es schwieriger, viele haben durch Heirat ihren Namen geändert“, sagt die 64-Jährige. Das letzte Treffen habe 1998 stattgefunden, nun alle 50 Jahre nach dem Entlassungsjahr wiederzusehen sei einfach toll. „Viele hätte ich auf der Straße nicht wiedererkannt, es gibt auch einige überraschende Lebenswege“, so Nitsche-Dinges.

Mitschüler mit Schuhcreme bemalt

Auch der damals enthusiastische Lehrer Holger Knopp ist unter den Gästen im Wirtshaus Hiby. „Heute kommen viele Erinnerungen hoch“, sagt der 76-Jährige, der 39 Jahre lang Lehrer war – und es auch wieder werden würde. „Es war eine lebhafte Klasse, mit der ich zu lasch war“, sagt er heute. Heutzutage sehe der Lehreralltag anders aus, man arbeite in Gruppen und setze Medien ein.

Luis Manero gehörte gewiss zu denen, die Knopp den Lehreralltag schwer machten. „Ich war ein fauler Schüler, der nur das Nötigste tat“, sagt er. Er sei nicht gerne zur Schule gegangen, erinnere sich lieber an Jugendstreiche und Klassenfahrten. „In Winterberg haben wir im Schullandheim übernachtet und einem schlafenden Mitschüler Schuhcreme ins Gesicht geschmiert.“ Das weiß er noch genau.

Da es selten sei, dass Klassen solange Kontakt halten, freue er sich sehr über das Jubiläumstreffen. „Nach der neunten freiwilligen Klasse habe ich mit 14 Jahren eine Lehre bei Opel begonnen, hatte nach vier Wochen aber keine Lust mehr“, erzählt Manero. Doch aus den faulen Schultagen habe er gelernt: „Ich habe nicht hingeschmissen und bin 47 Jahre bei Opel geblieben“. Während Manero sich mit einem Klassenkameraden über den Lebensweg austauscht, finden auch zwei weitere Klassenkameraden zueinander. „Weißt du, wer ich bin?“, fragt Horst Imberg einen Mitschüler. „Imberg“, gibt er als Hinweis und dann klingelt es bei seinem Schulfreund. „Ach Horst, du bist es“.

Der Kfz-Mechaniker beschreibt sich selbst als ruhigen Schüler, der eher unauffällig gewesen sei. Wenn er an seine Schulzeit denke, dann fielen ihm dennoch die vielen Strafarbeiten ein, zu denen er und seine Klassenkameraden verdonnert wurden. „Dem Lehrer haben wir es gezeigt – einfach die abgeschriebenen Seiten wieder aus dem Papiermüll geholt.“ Witze über Lehrer machen – das geht auch noch nach 50 Jahren problemlos.

 
 

EURE FAVORITEN