Protest gegen Radweg hat Erfolg

Die Räder können rollen: Für den „Parkway Emscher-Ruhr“, der laut Planung einen kleinen Schlenker durch Werner Wohngebiet macht, wurde ein guter Kompromiss gefunden.
Die Räder können rollen: Für den „Parkway Emscher-Ruhr“, der laut Planung einen kleinen Schlenker durch Werner Wohngebiet macht, wurde ein guter Kompromiss gefunden.
Foto: WAZ FotoPool
Alternativvorschlag der Verwaltung kommt gut an. Geplante Rampe ist vom Tisch

Werne.  Die Rampe für den interkommunalen Radweg „Parkway Emscher-Ruhr“ hinab ins Wohngebiet entlang der Lärmschutzwand an der A40 (Hölterheide und Nörenbergstraße) ist vom Tisch. Dieses Ergebnis hatte die zweite Informationsveranstaltung zur geplanten Wegführung der Süd-Nord-Verbindung zwischen dem Ruhrtal-Radweg (Kemnader Stausee) und dem Radwanderweg entlang der Emscher. Nicht die Idealvorstellung der Anwohner, aber ein Teilerfolg, mit man gut leben kann.

Projektleiterin Andrea Baltussen vom Grünflächenamt präsentierte in der Willy-Brandt-Schule den gespannt erwarteten Alternativvorschlag. Demnach wird die Radweg-Umleitung (weg vom Grünzug E, den die überörtlichen Projektplaner und Geldgeber des Ökologie-Programmes Emscher-Lippe in Münster favorisieren) entlang der Starkstromleitungen auf den Rutgerweg und über die Nörenberg-straße verlängert. Diese Route erarbeitete Baltussen auf der Grundlage der ersten Diskussion im August aus (die WAZ berichtete).

Die neue Wegführung macht nicht nur die Rampe überflüssig. Es entschärft auch die beengte Parksituation an der Hölterheide sowie absehbare Gefahren am dortigen Kinderspielplatz. Bei den meisten der etwa 50 versammelten Anwohner kam das gut an. „Ich bin zufrieden“, sagt Anwohnerin Angela Rosendahl. „Ich hätte nicht unbedingt damit gerechnet.“

Brückensanierung zu teuer

Gleichwohl hakte mancher nach, warum der gerade Weg im Grünzug über die Eisenbahnbrücke an der A40 nicht möglich sei. Laut Andrea Baltussen sei der Besitzer, die Gesellschaft für Vermögensverwaltung AG (GfV), zwar weiterhin bereit, sie abzutreten. Nicht jedoch, sie sachgerecht zu sanieren. Baudezernent Ernst Kratzsch habe die Idee auch abgelehnt, u.a. mit Hinweis auf die städtische Haushaltslage. Die Kosten für die Brückensanierung und den weiteren Unterhalt schätzt die Projektleiterin nach Gesprächen mit Wittener Kollegen zur Brücke Rheinischer Esel und der Fachverwaltung auf 400 000 Euro an Reparaturen sowie bis zu 60 000 Euro jährlich für die Überprüfung. Die GfV werde deshalb die Brücke für etwa 150 000 Euro abreißen.

Bürgerbeteiligung war nicht vorgesehen

Die anwesenden Bezirks- und Ratsvertreter stimmten der Lösung zu. Allein eine Anwohnerin des Rutgerweg befand, dass nun Gefahren auf ihre Straße zukomme sowie das Grünflächenamt dort nicht genügend Informationsarbeit geleistet habe. Antwort: Polizei- und Ordnungsamt hätten bei einem Ortstermin im September keine Gefährdung gesehen. Das gesamte Verfahren sehe im Grunde keine Bürgerbeteiligung vor.

 
 

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