Lehrerin aus Südafrika besucht Grundschule in „LA“

Austauschlehrerin Gabi vom Orde aus Südafrika posiert im Klassenraum der 1a. Im Hintergrund werden gerade mathematische Aufgaben gelöst.
Austauschlehrerin Gabi vom Orde aus Südafrika posiert im Klassenraum der 1a. Im Hintergrund werden gerade mathematische Aufgaben gelöst.
Foto: Jürgen Theobald
Gabi vom Orde unterrichtet Deutsch in einer Privatschule in Durban. Für drei Wochen hospitierte sie jetzt in der Michael-Ende-Grundschule Langendreer.

Langendreer.  Drei Wochen lang hatte die Michael-Ende-Schule in Langendreer einen ganz besonderen Gast: Gabi vom Orde aus Südafrika. Die 55-Jährige aus Durban nahm an einem weltweiten Austauschprogramm für Lehrer teil – und landete in „LA“, wie die Langendreerer ihren Stadtteil in Anlehnung an die Abkürzung von Los Angeles nennen.

Vielleicht wäre Gabi vom Orde die Hollywood-Stadt sogar etwas lieber gewesen; zumindest, was das Klima angeht: „Das ist hier viel zu kalt für mich, die erste Woche habe ich nur gefroren.“ Dabei müsste sie die Temperaturen eigentlich noch kennen. Sie ist nämlich Deutsche und vor elf Jahren aus der Nähe von Stuttgart nach Südafrika gezogen, weil ihr Mann beruflich dorthin musste.

Das Leben dort ist anders, gefährlicher. Das erzählte Gabi vom Orde auch den deutschen Schülern. Ist schon spannend zu hören, dass der Martinszug in der Privatschule, wo vom Orde Deutsch unterrichtet, einmal um die Turnhalle auf dem umzäunten Schulgelände führt. „Die Gefahr, überfallen zu werden, ist dort allgegenwärtig“, sagt Gabi vom Orde. „Einfach so spazieren gehen ist nicht möglich.“ Und so ist es auch die bei uns so selbstverständliche Freiheit, die sie am meisten vermisst.

Wie schaffen die Kolleginnen das?

Sonst aber fühlt sich die vierfache Mutter in Durban wohl. „In 15 Minuten sind wir am Meer“, sagt sie, die natürlich auch von den Grundschülern mit Fragen bombardiert wurde. Vor allem, ob sie wilde Tiere gesehen hat, wollten sie wissen. „Na klar, Elefanten, und viele andere Tiere.“

Doch Gabi vom Orde war nicht nur zum Erzählen in Langendreer. Sie nahm richtig am Unterricht teil, half Kindern bei Rechenaufgaben und übernahm auch mal eine Klasse, wenn eine andere Lehrerin krank war. Meist aber schaute sie zu, wie der Unterricht hier so abläuft. Vieles sei anders als in Durban, sagt sie. Die Klassen seien viel größer („Ich weiß nicht, wie meine Kolleginnen das schaffen?“), die Schule deutlich besser mit Büchern und Unterrichtsmaterialien ausgestattet.

Eltern nächstes Mal mit einbinden

Mit vielen interessanten Eindrücken ist Gabi vom Orde heute in den Flieger heim nach Südafrika gestiegen. „Ist schon spannend zu sehen, wie in einer ,richtigen’ Schule der Unterricht so abläuft.“ Schulleiterin Bianca Beyer hält diesen Austausch insgesamt für einen großen Gewinn. „Auch für uns ist es toll zu erfahren, wie es in anderen Ländern schulisch zugeht.“ Beim nächsten Mal will Beyer auch die Eltern mit einbinden. „Etwa durch einen Infoabend, an dem unser Gast aus seiner Heimat erzählt. Dann hat die ganze Schulgemeinde etwas von diesem Austausch.“

 
 

EURE FAVORITEN