Klassentreffen nach 50 Jahren

50 Jahre nach Schulschluss haben sich 17 ehemalige Schüler der Franz-Dinnendahl-Schule zum Klassentreffen zusammen gefunden. Foto:Dietmar Wäsche
50 Jahre nach Schulschluss haben sich 17 ehemalige Schüler der Franz-Dinnendahl-Schule zum Klassentreffen zusammen gefunden. Foto:Dietmar Wäsche
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17 Ehemalige der Franz-Dinnendahl-Schule kamen zum Klassentreffen . Die alten Lehrer, streng aber fair, sind noch heute Gesprächsthema

Langendreer..  „Früher, da waren die Lehrer noch die Herrscher – und wer widersprochen hat, konnte sich auch gut und gern mal eine einfangen“, erinnert sich Rolf Erdle. Früher, das ist lange her, genauer gesagt: ein halbes Jahrhundert. 1966 machte Erdle seinen Abschluss an der Franz-Dinnendahl-Schule in Langendreer. Dieses Jahr hat die Realschule ihre Türen geschlossen (die WAZ berichtete), am Wochenende trafen sich Erdle und seine alten Kumpels zum 50-jährigen Klassentreffen.

17 der ehemals 27 Absolventen sind in ein Hotel in Bahnhofsnähe gekommen, um gemeinsam über alte Zeiten zu sprechen. Es ist das erste Klassentreffen seit über 30 Jahren. Lothar Müller hatte den weitesten Weg auf sich genommen – er wohnt inzwischen an der Nordsee.

Organisator entschied sich für ein Hotel als Treffpunkt

„Ich bin noch nie zu einem Klassentreffen eingeladen worden“, sagt er lachend. Das lag wohl auch daran, dass ihn keiner seiner alten Mitschüler finden konnte. Jetzt hat’s endlich geklappt und Müller ist glücklich: „Es war aber sicher auch ein Riesenaufwand, den Rolf da auf sich genommen hat.“

Um es alten Freunden von weit her möglichst leicht zu machen, zum Treffen zu erscheinen, hat sich Rolf Erdle auch für ein Hotel als Treffpunkt entschieden. Vielleicht etwas unpersönlich, dafür aber praktisch. Und persönliche Gespräche entwickeln sich unter alten Schulkameraden so oder so, erst recht, wenn sie sich seit so vielen Jahren nicht gesehen haben. Nur Lehrer sind, anders als manchmal üblich, nicht zum Klassentreffen erschienen.

Aber die alten „Herrscher“ des Klassenzimmers haben Erdle und die anderen sowieso nicht in bester Erinnerung. So scheint es zumindest. Aber je mehr die alten Dinnendahl-Schüler ins Reden kommen, desto mehr Erinnerungen, auch gute, kommen auf: „Klar, die Lehrer waren früher streng“, erzählt Hans Papesch. „Aber sie waren auch überwiegend fair – und wir haben auf jeden Fall viel gelernt.“

Alter Englischlehrer hatte stets viel zu erzählen

Und zwar nicht nur fachlich, sondern auch fürs Leben – und zwar eben auch von den eher schwierigen Gestalten des Lehrerzimmers. Papesch, Müller und Erdle unterhalten sich über einen alten Englischlehrer – strenger Typ, zwei Weltkriege überlebt: „Aber eigentlich kein schlechter Kerl“, meint Papesch.

Und viel zu erzählen hatte der auch: Wenn sie früher keine Lust auf Unterricht hatten, erzählt Papesch, hätten sie den Lehrer einfach aufgefordert: „Erzählen Sie doch mal aus ihrem Leben.“ Und das tat er dann. Manchmal wurde er dafür belächelt, ihm auch der ein oder andere Streich gespielt – „das war natürlich auch nicht nett“, sagt Papesch heute. Einst steht für ihn fest: „Es ist schon besser so, dass die Schule heute anders ist. Effektiver ist sie aber auch nicht.“

Traditionsreiche Schule ist inzwischen geschlossen

Die Franz-Dinnendahl-Realschule hat eine 130-jährige Geschichte hinter sich: Einst hieß sie Luisenschule und stand in der Wernburgastraße. Zur Zeit von Rolf Erdle und seinen Klassenkameraden war sie in der Eislebener Straße, in der Nähe des S-Bahnhofs Langendreer-West.

1984 zog die Realschule ins Schulzentrum Ost. In diesem Sommer machten die letzten Schüler ihren Abschluss an der Franz-Dinnendahl-Schule, nun wurde sie endgültig geschlossen.

 
 

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