„Kirchenmann“ Eike Grevel tritt nach 50 Jahren ab

Eike Grevel vor „seiner“ Lukaskirche in Altenbochum, deren Erhalt ihm so am Herzen liegt
Eike Grevel vor „seiner“ Lukaskirche in Altenbochum, deren Erhalt ihm so am Herzen liegt
Foto: Dietmar Wäsche
Seit 50 Jahren kümmert sich Eike Grevel um die Lukaskirche. Lange als Pfarrer, zuletzt im Stiftungsrat. Diesen muss er aus Altersgründen nun verlassen.

Altenbochum..  Die Lukaskirche begleitet Eike Grevel seit 50 Jahren. Damals, 1966, als der heute 77-Jährige Pfarrer der evangelischen Gemeinde Altenbochum wurde, ging es gleich los mit einer Baumaßnahme. Das Gotteshaus an der Wittener Straße bekam ein Kupferdach. Bis heute kümmert sich Grevel um den Erhalt der Lukaskirche. Auch über seine Zeit als Pfarrer, die 2004 endete, hinaus. In den letzten zehn Jahren sammelte er als Vorsitzender des Stiftungsrates Geld für die Kirche. Doch dieses Amt muss Grevel nun abgeben. Er hat die Altersgrenze überschritten. Beim morgigen Stiftungsfest wird der „Kirchenmann“ verabschiedet.

„Ich bedaure das sehr“, sagt Eike Grevel. Doch Satzung ist Satzung. Und die besagt, dass Stiftungsrats-Mitglieder auch für das Presbyteramt befähigt sein müssen. Und dies ist laut kirchlichen Statuten nur bis zum 75. Lebensjahr möglich. Eike Grevel geht nicht allein. Auch Magdalene Kaminski, seine Stellvertreterin, Herbert Kersting und Beate Lux scheiden aus Altersgründen aus. Sie hinterlassen ein bestelltes Feld. „350 000 Euro haben wir in den zehn Jahren zusammengehamstert“, sagt Eike Grevel stolz.

Geld das ausschließlich für die Lukaskirche ausgegeben wird. Gut angelegtes Geld, wie Eike Grevel findet. „Es hängen sehr viele Menschen emotional an dieser Kirche. Sie ist für sie so etwas wie das geistliche Zuhause“, hat er festgestellt. Natürlich gäbe es auch Kritik à la „Kann man das Geld nicht lieber für soziale Projekte ausgeben?“. Jenen Stimmen entgegnet Grevel, dass die sonntägliche Kollekte genau dorthin fließe.

Rat: Jeden Spender wertschätzen

Eigentlich, erklärt Eike Grevel, dürfe die Stiftung nur die Zinserträge des Kapitals investieren. Bei den aktuell sehr niedrigen Zinsen käme dabei natürlich nicht viel bei herum. Deshalb habe man eine andere Möglichkeit gefunden, diese mit dem Finanzamt abgestimmt und am Ende 150 000 Euro locker gemacht, die nun in die laufende Dachsanierung der seit Anfang 2015 geschlossenen Lukaskirche gesteckt werden. Kostenvolumen derzeit: mehr als 1,1 Millionen Euro.

Den Stiftungsrat sieht Eike Grevel gut aufgestellt. „Wir haben gute Leute, die übernehmen“, sagt er (siehe auch Info-Box). Seinen Nachfolgern rät Grevel, dem Engagement eines jeden, der sich für die Kirche einsetzt, ob finanziell oder ideell, die gebührende Wertschätzung entgegen zu bringen. „Ich selbst habe mich bei jedem Spender schriftlich bedankt.“

Dies werden nun andere übernehmen müssen. Obwohl, wer weiß? Denn ganz zurück ziehen will und wird sich Eike Grevel nicht. „Ich werde schon noch ein wenig im Hintergrund herumgeistern“, lacht Grevel, der seit 48 Jahren das alte Pfarrhaus bewohnt. Mit einem großen Garten, um den er sich mit Leidenschaft kümmert. Und mit einem sagenhaften Ausblick von seinem Arbeitszimmer: auf die Lukaskirche.

 
 

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