Im Café fallen Sprachbarrieren

Ehrenamtler des bestehenden Netzwerks tragen zum Gelingen des Treffs bei. Die kleinen Kinder können basteln oder Gesellschaftsspiele spielen.
Ehrenamtler des bestehenden Netzwerks tragen zum Gelingen des Treffs bei. Die kleinen Kinder können basteln oder Gesellschaftsspiele spielen.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Netzwerk in Laer öffnet wöchentlich das Café Welcome für Flüchtlinge und Einheimische. Kommunikation ohne Berührungsängste, mit Händen und Füßen.

Laer.  Seit drei Monaten führt das Netzwerk „Willkommen in Laer“ wöchentlich ein Café Welcome im Ev. Gemeindehaus durch, bei dem sich Flüchtlinge und Bürger des Stadtteils treffen und begegnen. Die gute Resonanz zeigt, dass das Projekt nicht nur den Zusammenhalt fördert, sondern auch hilft, Barrieren zwischen Sprachen und Kulturen schnell zu überwinden und Herzen zu öffnen.

Wenn man den Gemeindesaal an der Grimmestraße betritt, duftet es bereits nach Kaffee und Waffeln. Neuankömmlinge, egal welcher Herkunft, werden freundlich begrüßt und ermuntert, an einem der bunt gemischten Tische Platz zu nehmen. Berührungsängste und Sprachprobleme sind im Café Welcome nirgendwo zu spüren. Mit Deutsch, Englisch und zur Not mit Händen und Füßen kommen die Besucher schnell miteinander ins Gespräch.

So zum Beispiel mit Abdul Rahman Salah. Der 23-jährige Englischlehrer ist aus Syrien geflohen und jetzt seit zwei Monaten in Deutschland. In Laer hilft er den anderen 32 Flüchtlingen aus Syrien, Ghana, Algerien, Irak, Nigeria und Marokko als Dolmetscher. Abdul Rahman Salah freut sich über die große Unterstützung in Deutschland, wenn auch die Unterbringung in der Turnhalle einige Probleme wie Platzmangel, Kälte und lange Wartezeiten mit sich bringe. „Ich habe gewusst, dass der Anfang in Deutschland schwierig sein wird, aber ich bin froh, hier zu sein“, beschreibt er seine aktuelle Situation und blickt bereits voraus: „Ich möchte hier in Sicherheit und Würde leben und wenn es geht, als Englischlehrer arbeiten“, beschreibt er seinen Zukunftswunsch. Doch das Wichtigste für ihn und die anderen Flüchtlinge in Laer ist es jetzt erst einmal, „als Flüchtling in Deutschland anerkannt zu werden“.

„Im Sommer dieses Jahres haben Menschen im Stadtteil das Netzwerk ,Willkommen in Laer’ gegründet. Eines der ersten Projekte war das Café Welcome, das wir jetzt seit drei Monaten hier betreiben“, schildert Stephan Kosel. Der Sozialarbeiter setzte sich erfolgreich dafür ein, dass die Ev. Gemeinde Laer ihr Gemeindehaus für das Café Welcome zur Verfügung stellte. „Das Projekt wird gut angenommen und trägt zum Zusammenhalt im Stadtteil“, sagt Kosel, der dankbar dafür ist, „dass dies von Ehrenamtlichen aus dem Stadtteil geschultert wird“ .

Einer dieser Ehrenamtlichen ist Freddy Borkenstein, der an einem Tisch mit Kindern Brettspiele spielt. Borkenstein freut sich „über den guten Austausch und die Begegnung“ und seine elfjährige Spielpartnerin Armidona (11) ergänzt: „Vor allem das gemeinsame Spielen macht hier Spaß“.

 
 

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