Grundschüler demonstrieren gegen ihre parkenden Eltern

Achtung, Auto – Schilder hoch! Plakativ und lautstark demonstrieren Grundschüler gegen das Parken vor ihrer Lina-Morgenstern-Grundschule.
Achtung, Auto – Schilder hoch! Plakativ und lautstark demonstrieren Grundschüler gegen das Parken vor ihrer Lina-Morgenstern-Grundschule.
Foto: Olaf Ziegler
Lina-Morgenstern-Grundschüler in Altenbochum haben die Nase voll von gefährlichen Begegnungen mit Autos. Ihr Motto: „Ich geh’ zu Fuß zur Schule“.

Altenbochum..  Die Kinder der Lina-Morgenstern-Schule kämpfen für ihre Interessen. Mit einer „Kinderdemo“ wollen sie auf einen Umstand aufmerksam machen, der an anderen Schulen genauso bekannt sein mag. „Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, parken auf dem Gehweg vor der Schule“, sagt Paul Roos, Schulleiter der Grundschule.

Dabei würden sie durch schwungvolle Wendemanöver oft die Kinder gefährden, die auf dem Weg zum Unterricht sind. „Vielen Eltern wurde es zu bunt“, sagt Roos. Auf einer Schulkonferenz wünschten sie, etwas dagegen zu unternehmen. „Manche Autofahrer sahen es oft nicht ein, woanders zu parken. Sie sagten dann, das machen doch alle so“, weiß Roos.

Kinder nehmen Verkehr anders wahr

Die Notwendigkeit, etwas zu unternehmen, sieht auch der Altenbochumer Bezirkspolizist Hans-Jörg Winter. „Kinder nehmen den Verkehr anders wahr. Sie reagieren auf Geräusche anders als Erwachsene“, sagt er. Gemeinsam mit den Eltern und den Schulvertretern wendete er sich an die Stadt. „Ich sprach mit dem Tiefbauamt. Doch eine Haltezone auf dem Bürgersteig ist nicht möglich, da dieser nicht für die schweren Autos geeignet ist“, sagt Hans-Jörg Winter und zeigt auf die kaputten Gehwegplatten.

Einzige Alternative: Poller, die den Gehweg unbefahrbar machen. Doch das sei auch keine Alternative und bringe Folgeprobleme mit sich, so Schulleiter Roos. In der engen Straße braucht nämlich der Schulbus manchmal den Platz, um zu wenden.

Um dem Problem zu begegnen, startete die Schule eine Aktionswoche. „Jeden Tag sind verschiedene Aspekte thematisiert worden. Wir wollten den Kindern vermitteln, dass es am sichersten ist, zu Fuß zur Schule zu gehen“, erklärt Roos. Natürlich könne niemandem vorgeschrieben werden, wie das eigene Kind zum Unterricht gebracht werden soll. Wenn Eltern von weiter weg kommen oder zur Arbeit fahren, nachdem sie ihr Kind weggebracht haben, könne man das gar nicht verlangen. „Trotzdem wollen wir bei den Autofahrern ein Bewusstsein dafür schaffen, umsichtiger zu sein“, sagt er.

Zum Abschluss der Aktionstage versammeln sich um die 20 Schüler zur Kinderdemo vor der Einfahrt zum Gelände ihrer Grundschule. Sie halten selbstgemalte Schilder in die Luft: „Das nächste Mal weniger Geld für das Auto und mehr für die Fahrschule“, fordert ein leuchtend gelbes Plakat, auf dem ein kleiner Strafzettel klebt.

Einheitlich skandieren die Kinder Parolen und stapfen dabei mit ihren Füßen: „Wir demonstrieren auf allen Vieren, Parken ist ‘ne Schweinerei, wir wollen autofrei“. Sophia (9) und Lilly (10) halten ihre Schilder hoch. „Parken verboten“, rufen die jungen Mädchen. Eines hat die Kinderdemo bewirkt: an diesem Tag traut sich kein Elternteil, neben dem Gehweg zu parken und den Unmut der Kleinen auf sich zu ziehen.

 
 

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