„Großfamilie Glockenhof“ in Altenbochum feiert Richtfest

Die künftigen Bewohner des Glockenhofes blicken zufrieden zum Richtkranz hoch, der über dem bald fertigen Mehrgenerationenhaus hängt.
Die künftigen Bewohner des Glockenhofes blicken zufrieden zum Richtkranz hoch, der über dem bald fertigen Mehrgenerationenhaus hängt.
Foto: Klaus Pollkläsener
Nächstes Jahr ziehen dort mehr als 40 Menschen ein – ausgebucht sind die Wohnungen jetzt schon.

Altenbochum..  „Ein großes Haus, enge Kontakte, wie in einer Familie.“ So möchte Do Ha Kim-Mattheus wohnen. Denn ihre Verwandten leben im fernen Korea, und ein anonymes Nebeneinander kommt für die vierfache Mutter nicht in Frage. Mit dem genossenschaftlichen Wohnprojekt Glockenhof geht ihr Wunsch nun in Erfüllung: Mehr als 40 Menschen aus drei Generationen ziehen nächstes Jahr in die ehemalige Montessori-Schule. Gestern feierte die künftige Großfamilie Richtfest.

Nun gut, die zweite Dachhälfte fehlt noch. Aber das tat der Freude keinen Abbruch. Es hat ja auch seine Zeit gedauert: sieben Jahre von der Idee bis zur Gründung der Genossenschaft. 2014 ging es mit den Umbauarbeiten los, Mitte 2017 soll alles fertig sein – ausgebucht sind die 20 Wohnungen schon heute.

Dazu kommt noch eine Wohngemeinschaft für Menschen, die besonderer Pflege bedürfen. „Rund um die Uhr“ sollen diese versorgt werden, so Genosse Winfried Boecker. Zusätzlich soll der frisch fürs Wohnprojekt gegründete Verein „Zukunftsblick“ mithelfen.

Der Glockenhof ist aber, anders als so manch ähnliche Projekte, keine etwas andere Seniorenresidenz: „Drei Generationen, von jungen Familien bis zu Senioren, sind jeweils zu einem Drittel vertreten“, sagte Hans Freiherr von Donop, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft.

Die Idee hinter dem Mehrgenerationenhaus war, dafür zu sorgen, dass ältere Menschen nicht einfach irgendwann im Seniorenheim verschwinden, sondern Teil einer lebendigen Gemeinschaft bleiben. „Wir wollen zusammen wohnen, auch im Alter – aber nicht nur unter uns bleiben“, sagte Barara Zimmermann, die mit ihrem Mann Christoph seit Gründung der Genossenschaft dabei ist. Sie wohnen zwar seit 30 Jahren in ihrem Haus in Langendreer – aber das ist inzwischen viel zu groß. Also ab nach Altenbochum: „Hier sind wir umgeben von Freunden.“ Und von jungen Familien samt Kindern, also möglicherweise auch Krach. Stört das nicht? „Ach was, sonst wär’s doch total öde.“

Umgeben von Freunden, wie in einer großen Familie – genau so hat es sich auch Do Ha Kim-Mattheus gewünscht. Ihr Sohn Johannes freut sich auch schon: „Hier ziehen auch zwei Freunde von mir ein. Und es gibt hier einen Bolzplatz hinterm Haus.“

 
 

EURE FAVORITEN