Europa trifft sich am Volkspark

David spielt mit seiner Geige das Europalied, der Rest der Projektgruppe hört gespannt zu. Im Hintergrund das Bühnenbild, das die Schüler für ihre Aufführung erstellt haben.
David spielt mit seiner Geige das Europalied, der Rest der Projektgruppe hört gespannt zu. Im Hintergrund das Bühnenbild, das die Schüler für ihre Aufführung erstellt haben.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Internationales Schülerprojekt startet in Langendreer Grundschule. Kinder aus fünf Nationen verbringen eine Woche zusammen und proben ein Musikstück ein

Langendreer.  International ging es vergangene Woche in der Grundschule am Volkspark zu. Kinder aus Italien, Griechenland, Spanien und der Türkei waren in Langendreer zu Gast, um zusammen mit acht Drittklässlern aus Bochum ein gemeinsames Musikstück auf die Beine zu stellen: Die Klangreise des Feuervogels, der quer durch Europa fliegt und alle an diesem Projekt beteiligten Länder ansteuert. Losgeflogen ist er gestern in Langendreer . . .

„Europa soll zusammenwachsen“, erklärt Lehrerin Tanja Dörr, eine von zwei Projektleiterinnen, den Hintergrund der gemeinsamen Aktion der europaweiten Comeniusschulen, zu denen die Grundschule am Volkspark seit einigen Wochen zählt. Jede Schule ist in einem Zeitraum von zwei Jahren einmal für eine Woche Gastgeber. Den Anfang machte jetzt Langendreer. Nächste Station ist im Frühjahr 2014 die Türkei. „Durch diese Treffen können die Kinder Fremdsprachen kennenlernen, Selbstbewusstsein auf- und Ängste vor fremden Kulturen abbauen. Denn beim Miteinander merken sie ja, dass die anderen genauso sind wie sie selbst – eben Kinder“, berichtet Tanja Dörr.

Die meisten der kleinen Gäste wohnten in Gastfamilien; nicht Italiener bei Italienern oder Türken bei Türken, sondern kunterbunt gemischt. Die Kinder finden das toll. Aleyna hatte italienischen Besuch bei sich zu Hause wohnen, David einen Jungen aus Griechenland. „Wir haben uns toll verstanden“, sagen sie. Notfalls auch mit Händen und Füßen, wenn es sprachlich mal haperte. Und sie haben viel von einander gelernt. Maurice weiß jetzt, wie man sich auf Italienisch verabschiedet: „Arrivederci“. Maya und Jannick können nach dieser Woche auf Türkisch zählen.

Jannick kann auf Türkisch zählen

Kein Wunder, die Kids waren ja auch rund um die Uhr zusammen. Morgens wurde zusammen mit dem Musiker Dominic Muscat in der Schule das Stück eingeübt, nachmittags standen Ausflüge auf dem Programm: Kletterpark in Bochum, Bergbaugeschichte im Muttental Witten, Führung durch das BVB-Stadion. Und abends ging es in Restaurants: italienisch, griechisch, türkisch . . . und natürlich auch die deutsche Küche wurde serviert. „Die griechischen Kinder waren ganz wild auf Schnitzel“, lacht Tanja Dörr.

Viele Freundschaften sind entstanden

Ihre Kollegin Ina Khalil, die zweite Projektleiterin, ist von dem Ergebnis der gemeinsamen Woche ganz angetan. „Es war total schön“, zieht sie ein zufriedenes Fazit. „Die Kinder haben wunderbar miteinander kommuniziert. Haben ihre Herzen geöffnet. Dadurch sind in den letzten Tagen viele Freundschaften geschlossen worden.“ Und diese sollen in den nächsten zwei Jahren noch vertieft werden. Mit sechs Kindern ihrer Schule wird Ina Khalil im nächsten Frühjahr die Partnerschule in der Türkei besuchen. Auch dort wird es wieder um den Feuervogel und musikalisch zugehen, denn, so Khalil, „Musik als Sprache versteht jedes Kind.“

Wehmütig ums Herz

Die Klangreise des Feuervogels führten die Kinder gestern teils in ihrer Muttersprache, teils in Englisch auf. „Dirigent“ Dominic Muscat war sehr zufrieden und am Ende auch ein wenig wehmütig ums Herz: „Ich werde die Kinder vermissen.“

 
 

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