Endspurt für die Amts-Auflagen

Foto: WAZ FotoPool

Langendreer.  Großer Adventsbasar der Rudolf-Steiner-Schule wurde erstmals als „überörtlich“ eingestuft. Trotzdem ein Erfolg

Im letzten Jahr war es die Toilette und nun das: Wieder wurde der Weihnachtsbasar an der Rudolf-Steiner-Schule erst in letzter Minute genehmigt. Waren im Vorjahr noch die Toiletten schuld ging es diesmal um die Traditionsveranstaltung selber. Am vergangenen Donnerstag befand das Bauordnungsamt, dass es sich um eine „Überörtliche Veranstaltung” handle. Wie es sich für eine Weihnachtsgeschichte gehört, schaffte es aber das Basarteam der Waldorfschule, die strengen Auflagen zu erfüllen und die Veranstaltung wurde ein voller Erfolg.

„Lichterwelten“ oder „Krieg der Sterne“? - Basarkreisleiter Reinhold Marsollek war sich kurz vor Beginn des Basars am Samstag nicht sicher, welches Thema besser passte. „Seit Mitte November lagen die Unterlagen dem Amt schon vor“, erklärte er. Und erst so kurz vor dem großen Tag kam die Einschätzung: Überörtliche Veranstaltung. Da die - vor allem seit der „Love parade“ - besonders strengen Sicherheitsauflagen unterliegen, sollte der gesamte Südwestflügel des Altbaus nicht genutzt werden dürfen. Der Grund: Der zweite Fluchtweg, eine Außentreppe, fehlte. Also musste der Basarkreis noch etwas mehr Geld in die Hand nehmen und eine Metalltreppe installieren. Nur so konnte die Veranstaltung dann stattfinden.

Und zwar gewohnt erfolgreich. Über den Tag verteilt besuchten mehrere 1 000 Menschen das weihnachtlich geschmückte Schulgelände. Flammkuchen und selbst gebackene Kekse wurden verzehrt, Dekoratives aus Holz, Glasperlen oder Märchenwolle gekauft und das Lagerfeuer lud zum gemütlichen Verweilen ein. „Zum Glück konnten wir diesen 50. Basar am Ende doch fast wie gewohnt abhalten”, freute sich Marsollek, der Tee aus dem Samowar anbot. Seit Jahren erfülle die Veranstaltung bereits hohe Sicherheitsstandards, erklärte er, so dass die aktuelle Hürde nur zusätzlich Geld und Nerven koste. Mit Erste-Hilfe-Ausbildungen bereiteten sich Lehrer auf das Event vor, sie trugen gelbe Warnwesten, helfende Schüler hatten orange. An zentralen Stellen hingen Lagepläne und die Feuerwehr war an strategischen Positionen stationiert.

Das angesichts eines solchen Sicherheitsaufwandes trotzdem weihnachtliche Stimmung aufkam ist kaum zu glauben, aber Marsollek war bester Dinge. „Mindesten 80 Prozent unserer Besucher sind ehemalige Schüler, Lehrer oder Angehörige”, schätzte er, „die kennen sich hier aus und mögen das internationale Flair”. Immerhin kommen einige Besucher von weit her, Amerika oder Südeuropa. Und weihnachtlich kalt war auch das Wetter, so dass es viele nach drinnen zu den Adventskonzerten, der „West Side Story”, der Marionettenbühne und ähnlichen Aktivitäten trieb.

Das Sicherheitskonzept wurde schließlich doch auf die Probe gestellt: Der Basarkreisleiter selbst stieß sich beim Umbauen den Kopf und wurde vor Ort ärztlich versorgt.

 
 

EURE FAVORITEN