Dämpfer für den Traum vom Kunstrasen

Mit diesen Trikots werden engagierte Eltern der SV Langendreer 04 für das Kunstrasen-Projekt
Mit diesen Trikots werden engagierte Eltern der SV Langendreer 04 für das Kunstrasen-Projekt
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Sportausschuss vertagt Entscheidung. Stadt soll mit SV Langendreer 04 über neues Modell beraten

Langendreer.  Schlechte Nachricht für die Fußballer der SV Langendreer 04: Ihr Traum vom Kunstrasen im Stadion „Am Hessenteich“ erhielt einen ersten Dämpfer. Der Sportausschuss hat die Entscheidung – Ascheplatzsanierung für 300 000 Euro oder doch gleich einen ganz neuen, modernen Platz – vertagt. Verbunden mit dem Auftrag an die Verwaltung, mit der SV Langendreer 04 über eine ganz andere Möglichkeit zu beraten: das Phönix-Modell.

Dem Verein dürfte das kaum schmecken, bedeute dies doch einen wesentlich höheren finanziellen Eigenanteil, als man wohl stemmen kann. Hintergrund ist die Idee des SV Phönix, selbst einen Kunstrasenplatz zu bauen. Nimmt ein Verein selbst Geld in die Hand, kann er laut Sportförderrichtlinien 40 Prozent Förderung beantragen. Insgesamt würde das Projekt zudem günstiger werden, weil man – anders als eine Stadtverwaltung – nicht ausschreiben muss und einen Sponsor ins Boot holen könnte. Dennoch blieben beim Modell Phönix bei einem Gesamtpreis von 480 000 Euro 288 000 Euro übrig, die der Verein aufbringen müsste.

Viel Holz und weit von der Summe entfernt, die sich die SV Langendreer als Eigenkapital vorstellt. Nach Rechnungen des Vereins und speziell der engagierten Elternschaft ist eine Summe von maximal 150 000 Euro realistisch. Ob man über dieses Modell also zueinander findet, ist fraglich.

Fraglich ist allerdings ebenso, ob die Idee des Vereins, die für den Ascheplatz vorgesehenen 300 000 Euro einfach in einen neuen Kunstrasen zu investieren, politisch gewollt ist. Wolfgang Horneck (CDU), Vorsitzender des Sportausschusses, sieht dafür eigentlich keine Notwenigkeit. „Schließlich haben alle Bezirke und Ausschüsse den Sportstättenentwicklungsplan mit der Prioritätenliste, welcher Platz aus fachlicher Sicht wann wie saniert wird, einstimmig beschlossen. Warum sollen wir jetzt schon wieder daran drehen?“ Ohnehin zweifelt Horneck die Rechnung der „04er“ an: „Ein Kunstrasen, den die Stadt baut, kostet um die 700 000 Euro.“

Weiteren Gesprächsbedarf hat auch Sportausschuss-Mitglied Jonathan Ströttchen von der SPD. Allerdings sieht er aus sportpolitischer Sicht auch die Notwenigkeit eines Kunstrasens für Langendreer 04: „Angesichts der außerordentlich intensiven Nutzung der Sportanlage insbesondere auch durch die hohe Anzahl an Jugendmannschaften“.

Zur nächsten Sportausschuss-Sitzung am 4. November wird eine Mitteilung der Stadt über die Gespräche mit dem Verein erwartet. Zuvor berät auch noch die Bezirksvertretung Ost in ihrer Sitzung morgen (6.) ab 10 Uhr im Amtshaus Langendreer,.

 
 

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