„Alte Wittener“ in Bochum-Laer wird aufgehübscht

Gernot Noelle
Die Alte Wittener Straße in Richtung Bahnübergang: Die ersten zehn Meter der alten Bahngleise werden entfernt. Mittig wird eine Querungshilfe installiert, ehe es weiter hinten an den Kanal- und Straßenausbau geht
Die Alte Wittener Straße in Richtung Bahnübergang: Die ersten zehn Meter der alten Bahngleise werden entfernt. Mittig wird eine Querungshilfe installiert, ehe es weiter hinten an den Kanal- und Straßenausbau geht
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Straße in Laer erhält neuen Kanal und wird im Zuge dieser Baumaßnahme gleich mit umgestaltet. Teil der alten Gleise wird entfernt.

Laer.  Zwei Fliegen mit einer Klappe will die Stadt auf einem Teilstück der Alten Wittener Straße schlagen: Im Zuge einer Kanalbaumaßnahme soll der Bereich zwischen Hausnummer 30 und Bahnübergang an der Laerfeldstraße gleich mit umgestaltet werden. Denn die dort vorhandene Fahrbahn ist laut Verwaltung „in einem schlechten und sanierungsbedürftigen Zustand“. Baubeginn soll 2016 sein. Die Kosten belaufen sich auf 1,76 Millionen Euro.

50 000 Euro davon übernimmt die Bogestra für den Rückbau der alten Gleise. Die meisten davon sieht man gar nicht; sie liegen abseits der Fahrbahn am Seitenrand. Von den gut sichtbaren Schienen Richtung Lahariplatz verschwindet lediglich der vordere Teil an der abknickenden Vorfahrt, wo die Baumaßnahme beginnt. „Wir wollen die Ecke dort für Radfahrer entschärfen“, erklärte Uwe Herker vom Tiefbauamt in der Bezirksvertretung Ost. Auf dieser Höhe wird auch eine behindertengerechte Querungshilfe für Fußgänger in­stalliert.

Die Frage, warum die restlichen Gleise nicht auch entfernt werden, konnte Uwe Herker nicht beantworten: „Das ist eine andere Maßnahme.“ Auch zu dem Einwand von Karl-Josef Schiffer, dies sei ja bereits beschlossen gewesen, konnte Herker keine Stellung beziehen. Nur so viel: „Manchmal verschieben sich halt die Prioritäten. Letztlich hängt auch alles von den Finanzen ab.“

Breitere Gehwege, neue Radspuren

Detaillierte Angaben konnte Uwe Herker hingegen über die aktuelle Baumaßnahme machen: „Es gibt neue Gehwege, neue Parkstreifen, neue Beleuchtung und es werden Radwege angelegt, um den Lückenschluss zum NRW-Radwegenetz herzustellen.“ In Zahlen ausgedrückt: Die neue Fahrbahn wird 7,50 Meter breit, die Radspur 1,85, die Parkstreifen 2,20 und die Gehwege zwei bis drei Meter. Die Bushaltestelle vor Hausnummer 63 wird behindertengerecht ausgebaut, jede Haltestelle erhält drei Fahrradständer. Entlang der Straßen legt die Stadt 21 Baumscheiben an. Die Stadtwerke erneuern die Beleuchtung und installieren 20 neue Leuchten. Im Zuge des Ausbaus werden Strom-, Gas- und Wasserleitungen verlegt. Auf die Anwohner, so Herker, kommen keine Kosten zu.

„Eine sinnvolle Maßnahme“, lobte Wolfgang Heinemann (SPD), während Karl-Josef Schiffer (CDU) die 1,76 Millionen Euro lieber anderswo investiert sähe: „Es gibt schlimmere Stellen als diese. Da müsste der Kämmerer eigentlich auf die Barrikaden gehen.“ Nach dem einstimmigen Beschluss im Bezirk (die CDU nahm an der Abstimmung nicht teil), berät nun abschließend der Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität in seiner Sitzung am Dienstag über die Verwaltungsvorlage.

Radweg auf Werner Hellweg wohl noch im Oktober fertig 

Auf dem Werner Hellweg in Laer haben die ersten Vorbereitungen für die Radspuren des Parkways Emscher-Ruhr begonnen. Wie bereits mehrfach berichtet, wird zwischen Havkenscheider Straße und Autobahnzufahrt in beide Richtungen jeweils der rechte Fahrstreifen für Radfahrer abgezwackt. Aktuell wurde damit begonnen, die Haltestellen barrierefrei umzubauen, zunächst an der Kreuzung Werner Hellweg/Havkenscheider Straße.

Die Haltestellen zwischen Laerfeldstraße und Havkenscheider Straße werden zuerst erneuert, weil im Anschluss – geplant ist ab Oktober – dieser Teil eine neue Fahrbahndecke bekommt. Anschließend folgen die Radweg-Markierungen wie auf der restlichen Strecke auch. „Für die Asphaltierung ist es wichtig, dass die Bordsteine gesetzt sind“, erklärt Uwe Herker vom Tiefbaumamt das Vorgehen. Die übrigen Haltestellen würden im Anschluss barrierefrei umgebaut.

Noch im Oktober, so Herker, soll der Radweg auf dem Werner Hellweg fertig sein. Dann werden von der Deponie kommende Nutzer des Parkways Emscher-Ruhr relativ gefahrlos über den Hellweg zum Ümminger See geleitet.