Bochum

Landgericht Bochum verhandelt schweren Pfandbetrug - die erbeutete Summe ist unglaublich

Der Angeklagte soll Pfandautomaten manipuliert haben. (Symbolbild)
Der Angeklagte soll Pfandautomaten manipuliert haben. (Symbolbild)
Foto: imago
  • Ein Mann aus Castrop-Rauxel muss sich vor dem Bochumer Landgericht verantworten
  • Er ist des schweren Betruges in zwei Fällen angeklagt
  • Es geht um 1,2 Millionen Euro

Bochum. Seit Mittwochmorgen muss sich ein Mann (27) aus Castrop-Rauxel vor dem Bochumer Landgericht wegen schweren Betruges in zwei Fällen verantworten.

Artur K. soll als Geschäftsführer eines Unternehmens, das sich mit Getränke- und Tabakhandel beschäftigt, zwei Pfandautomaten manipuliert haben. So soll er unberechtigterweise insgesamt 1,2 Millionen Euro an Pfandgeld eingenommen haben.

------------------------------------

• Mehr Themen:

„Spiel mit dem eigenen Leben“ - Bochumer (16) läuft augenscheinlich mit Sturmgewehr durch Weitmar

Pontonbrücke in Dahlhausen soll möglichst bald wieder für Autofahrer geöffnet werden

• Top-News des Tages:

Borussia Dortmund: Matthias Sammer soll mit Spielerkodex beim BVB aufräumen - Wegen dieser Vorfälle

-------------------------------------

Dabei soll er die Automaten so manipuliert haben, dass die eingeführten Verpackungen nicht wie vorgesehen nach automatischer Generierung eines Rohdatensatzes zerstört wurden, sondern unbeschädigt entnommen und dadurch erneut und mehrfach in den Automaten eingeführt werden konnten.

Auf diese Weise soll er zahlreiche sogenannte „Erstinverkehrbringer“ geschädigt haben. Als „Erstinverkehrbringer“ werden Getränkehersteller- oder Importeure bezeichnet. Wenn diese beispielsweise Einwegpfandflaschen verkaufen, nehmen sie vom Käufer einen Pfandbetrag von 25 Cent zuzüglich Umsatzsteuer.

Betrug mit Hilfe eines elektronischen Datensatzes

Wenn ein Kunde eine leere Flasche zurückgebracht hat, gibt der Getränkehändler die 25 Cent an den Kunden und holt sie sich dann beim Erstinverkehrbringer zurück.

Das funktioniert mit Hilfe des elektronischen Datensatzes, der im Pfandautomaten bei der Flaschenrückgabe erstellt und von einem Forderungsdienstleister abgerufen wird. Anschließend bekommt der jeweilige Getränkehändler sein Geld vom Erstinverkehrbringer zurück. Diesen Vorgang hat sich der Getränkehändler offenbar zunutze gemacht.