Land NRW fördert Integrationsprojekte in Bochum

Insgesamt 1,1 Millionen Euro gehen an HaRiHo - die Stadtteilpartner, Bürgerhaus Hamme und die Flüchtlingsarbeit am künftigen Standort Rosenberg.

Bochum-Hamme/Harpen. Mit drei Projekten kann Bochum aus dem Städtebau-Sonderprogramm zur Integration von Flüchtlingen schöpfen: Rund 1,1 Millionen Euro fließen nach Hamme und Harpen. Die Städte mussten sich mit Projekten bewerben, um in den Genuss der Förderung zu kommen. Die Stadt wird zehn Prozent der Fördersumme für die Projekte drauflegen.

Den größten Batzen erhält das Jugendfreizeithaus Bürgerhaus Hamme mit 738.000 Euro. Die Mittel sollen verwendet werden für die energetische Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes, zudem soll Barrierefreiheit ermöglicht und ein Aufzug gebaut werden. Stadtsprecherin Annika Vößing: „Wenn das Geld reicht, soll zudem das Obergeschoss wieder nutzbar gemacht werden.“ Ziel ist es, dass das Amtshaus ein Quartierszentrum in Hamme wird – sowohl für Bochumer als auch geflüchtete Jugendliche.

"Flüchtlingen das Ankommen erleichtern"

HaRiHo - die Stadtteilpartner (Hamme, Riemke, Hofstede) sind ebenfalls Nutznießer. Sie erhalten 135.000 Euro für das Quartiersmanagement in Hamme und Hofstede. Dazu Beatrice Röglin: „Wir versuchen, Strukturen aufzubauen, um Flüchtlinge zu integrieren, vor allem über Freizeitangebote, um Begegnungen zu schaffen.“ Sehr erfolgreich waren HaRiHo etwa mit Ausflügen innerhalb Bochums, an denen Flüchtlinge und Einhemische teilnahmen und einander kennenlernten. „Das werden wir weiter anbieten.“ Zudem vermitteln sie Patenschaften, die Bürger für Familien oder alleinstehende Flüchtlinge übernehmen, organisieren Feste und Veranstaltungen, immer mit dem Ziel, die Menschen zusammenzubringen

In Hofstede an der Herzogstraße sollen Container für 137 Menschen aufgestellt werden. Auch dort werden die Stadtteilpartner Kontakt zu den Trägern aufnehmen wie in Hamme bei der Von-der-Recke-Schule. Röglin: „Wir arbeiten zumeist nach Bedarf im Austausch mit Bochumern, die bereits in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. So haben wir auch das Projekt ,Hamme hilft’ mit aufgebaut. Wir wollen den Flüchtlingen das Ankommen erleichtern.“

Tag der offenen Tür

450 Flüchtlinge sollen am Rosenberg unterkommen. Für die Integrationsarbeit soll ein Quartiersmanagement gebildet werden. Dazu gibt es einen Verfügungsfonds über 241.875 Euro. Henry Donner, Bezirksbürgermeister Nord: „Das Geld kommt aus dem gleichen Topf, um den wir uns fürs Amtshaus Harpen bewerben wollten. Es wäre durchaus eine Förderung für beide Projekte im Bochumer Norden möglich gewesen.“ Als der Standort bekannt wurde, ging es in die Planung: „Wir haben uns lange im Vorfeld Gedanken gemacht. Es gab mehrere Gespräche mit dem Bezirk- Ältestenrat, der Awo sowie zwei engagierten Harpenern, Kerstin Radtke und Martin Morche. Die wollen sich ehrenamtlich einbringen.“

Die Gremien setzen sich für eine Infrastruktur ein, wollen den Aufbau mitgestalten, damit etwa ausreichend Platz bleibt für Sport und Spiel. Betreuung, Catering und Sicherheit sollen nach Wunsch der Stadt in einer Hand bleiben. Der Einzug werde sich wohl bis Anfang Juli verzögern wegen der Bodenbeschaffenheit, wie Donner zu berichten weiß. „Bevor die Container bezogen werden, wollen wir einen Tag der offenen Tür anbieten, laden Nachbarn ein, die Anlage kennenzulernen und die Ehrenamtler, die helfen wollen.“

 
 

EURE FAVORITEN