Kunst für den Gesundheitscampus

Jürgen Boebers-Süßmann
Vorstellung des Modells des Skulpturen-Ensembles „Limb“ im Kunstmuseum Bochum: v.L.: Melanie Pothmann (Landeszentrum Gesundheit), Hans Günter Golinski (Museum Bochum), Anne Friedrichs (Hochschule für Gesundheit), Matthias Holtmann (Bau+Liegenschaftsbetrieb Dortmund) sowie Gereon Krebber (Künstler).
Vorstellung des Modells des Skulpturen-Ensembles „Limb“ im Kunstmuseum Bochum: v.L.: Melanie Pothmann (Landeszentrum Gesundheit), Hans Günter Golinski (Museum Bochum), Anne Friedrichs (Hochschule für Gesundheit), Matthias Holtmann (Bau+Liegenschaftsbetrieb Dortmund) sowie Gereon Krebber (Künstler).
Foto: WAZ

Bochum.  Der Kölner Bildhauer Gereon Krebber gestaltet die zweiteilige große Außenplastik „Limb“ für den im Bau befindlichen Gesundheitscampus NRW in Querenburg/Stiepel. Die Aufstellung soll zum Wintersemester 2014/15 erfolgen.

Der Abriss des Uni-Hochhauses West ist zurzeit der deutlichste Hinweis darauf, dass es auf dem zukünftigen Gesundheitscampus in Querenburg/Stiepel vorwärts geht. Die Eröffnung ist fürs Wintersemester 2014/15 vorgesehen – zum Start der Hochschule für Gesundheit (HSG) wird auch die Kunst auf dem neuen Campus einziehen. Nun wurde der Sieger des Künstlerwettbewerbs vorgestellt.

Zylindrische Formen

Es handelt sich um den Beitrag „Limb“ von Gereon Krebber, Jg. 1973 und Professor an der Kunstakademier Düsseldorf. Als markantes Element innerhalb der Campus-Architektur verbindet eine 150 Meter lange Terrasse die verschiedenen Hochschul- und Institutsgebäude. Für diesen eigenwilligen Ort hat der in Köln lebende Künstler eine zweiteilige Skulptur entwickelt - „Limb“ (engl. Körperteil).

In ihrem Zentrum steht eine vier Meter hohe zylindrische Form aus Bronze, zur Hälfte aufgeschnitten. In diese Schnittstelle, die den Blick auf den Kern freigibt, ist ein großer, schwarzer Block aus Gummi eingepasst. Eine zweite Skulptur liegt im Bereich des ausladenden Treppenaufgangs zur Campusterrasse: Dabei handelt es sich um den Mantel des besagten Zylinders, der verdreht und zerknautscht auf den Stufen liegt.

Das Skulpturenensemble ging als Sieger aus einem Wettbewerb hervor, den der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Dortmund als Bauherr ausgeschrieben hatte. Sechs Entwürfe kamen in die engere Wahl, eine Jury, der u.a. Museumsdirektor Hans Günter Golinski und HSG-Präsidentin Prof. Anne Friedrichs angehörten, entschied sich am Ende für Krebbers Vorschlag.

Dieser lebt nicht nur von der räumlichen Beziehung der beiden großen Bronze-Blöcke, die auf Abstand zueinander in Beziehung treten, sondern auch vom Kontrast der Materialen. Die Bronze symbolisiert Stabilität und Dauer und ist kunsthistorisch - Rodin! - stark mit Körperdarstellungen verbunden. Das Gummi dagegen ist weich, der menschlichen Haut nicht unähnlich.

„Es ging mir darum, ein plastische Bild für das zu finden, worum in der Hochschule für Gesunheit geht“, sagt Krebber. Ohne illustrierend zu wirken, formt das Ensemble somit ein symbolisches Bild von Körperlichkeit. „Es zeigt einen Verbund aus einem starken Gerüst und einer weichen Masse, als Sinnbild eines Körpers mit Leib und Seele“, so der Künstler.