Kunst entsteigt dem Vergessen

Wilthelm-Mosaik „Phönix“ im ehemaligen Gymnasium am Ostring. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool
Wilthelm-Mosaik „Phönix“ im ehemaligen Gymnasium am Ostring. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Bochum..  Georg Braumann hat eine so informative wie faktenreiche Broschüre mit Bochumer Zeitungsberichten über den Künstler Heinrich Wilthelm (1913-1969) vorgelegt.

Der Name Heinrich Wilthelms ist heute nur noch wenigen bekannt. Gleichwohl ist der Bochumer Künstler, der von 1913 bis 1969 lebte, immer noch präsent in unserer Stadt. Zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum stammen von Wilthelm, die (ausgebauten) Fenster im Chor der Marienkirche, zum Beispiel, oder das inzwischen abgenommene „Phönix“-Mosaik im alten Gymnasium am Ostring.

Veritable Fleißarbeit

Über den Künstler selbst ist nicht allzu viel mehr bekannt, zu groß scheint die zeitliche Lücke, die zwischen Wilthelms künstlerischem Gestern und unseren heutigen Interessen liegt. Nun versucht eine neue Broschüre, Licht ins Verborgene zu bringen. „Heinrich Wilhelm in Bochumer Zeitungsberichten“ heißt der schmale, fotokopierte Band, editiert von Georg Braumann, der damit eine veritable Fleißarbeit abliefert hat.

Braumann hat im Stadtarchiv recherchiert und dabei einen Fundus an Berichten, Fotos und Ausrissen zu Tage gefördert. Allein die über 30 Jahre reichenden, regelmäßigen Veröffentlichungen in den Vor- und Nachkriegszeitungen belegen bereits die Bedeutung des Werks dieses Künstlers, zumal für Bochum.

Heinz Wilthelm, Schüler von Ewald Mataré, hatte sich der ständigen kreativen Beschäftigung mit freier Grafik, besonders dem Holz- und Linolschnitt, hingegeben. Seit den 50er Jahren waren seine Arbeiten von der Schlacke des Gegenständlichen befreit, ohne als rein abstrakte Kunst aufzutrumpfen. Wie seine Entwicklung fortschritt und gespiegelt wurde, lässt sich anhand von Braumanns Zeitungsausschnitt-Sammlung nachvollziehen. Das gilt auch für die zahllosen Bibelillustrationen, die Mosaike, die Glasfenster in Profan- und Kirchenbauten, auch für die Wandmalereien – alles Auftragsarbeiten, die Wilthelm ausgeführt hat, und über die immer wieder in der Presse berichtet wurde.

„Zum Gedächtnis an die gefallenen Lehrer und Schüler des Staatlichen Gymnasiums ist die neue Ehrenhalle gedacht, die zur 100-Jahr-Feier eingeweiht wurde. Ein Mosaikwandbild des Künstlers Wilthelm, in modernen Farben und ausdrucksvoller Farbgebung mit dem Motive des Vogels Phönix, der als Symbol für Unsterblichkeit verjüngt aus der Asche aufsteigt, kann auch als Sinnbild für den Geist der Schule gelten, Tradition mit Aufgeschlossenheit für Neues, Werdendes zu vereinen“, hieß es etwa im Oktober 1960 in der WAZ.

Georg Braumanns faktenreiche, informative Broschüre hält somit die Erinnerung an einen Bochumer Künstler wach, dessen Werk es Wert ist, wiederentdeckt zu werden (Kostenpunkt: 7 Euro, Bezug über 0234/504189).

 
 

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