Kreuzung an der Universitätsstraße frustriert Radfahrer

Dominik Loth
ADFC-Vorsitzender Klaus Kuliga demonstriert, dass für ihn das Ampelsignal nicht sichtbar ist.
ADFC-Vorsitzender Klaus Kuliga demonstriert, dass für ihn das Ampelsignal nicht sichtbar ist.
Foto: FUNKE Foto Services
Der ADFC-Vorsitzende Klaus Kuliga warnt vor einer „Todesfalle“. Stadt dementiert: Durch die vorgenommene Änderung sei die Kreuzung sicherer.

Bochum. Klaus Kuliga kann es einfach nicht fassen. Was hat die Stadt sich dabei gedacht, fragt sich der Vorsitzende des Fahrradclubs ADFC Bochum: „Ich begreife es einfach nicht. Für mich ist das ein unhaltbarer Zustand. Das grenzt an vorsätzlicher Verkehrsgefährdung.“ Der Stein des Anstoßes: Die neu gestaltete Verkehrsführung der sanierten Kreuzung an der Universitätsstraße und der Oskar-Hoffmann-Straße sei für Radfahrer zu einer „Todesfalle“ geworden.

In einigen Städten ist das indirekte Linksabbiegen bereits etabliert. Damit können Radfahrer mit Hilfe spezieller Markierung und Beschilderung in zwei Phasen die Richtung wechseln. Die Stadt wollte diese Verkehrsleitung an der Kreuzung der Universitätsstraße und der Oskar-Hoffmann-Straße installieren, musste aber feststellen: Die Beschilderung mit einer Ampelanlage auf einer Extra-Verkehrsinsel ist zwar formal richtig, aber für Unerfahrene ungeeignet.

Polizei meldete Gefahrenpotenzial

Das im 45-Grad-Winkel angebrachte Signal galt scheinbar für beide Fahrtrichtungen. Zwei Zwölfjährige kamen deshalb beinahe unter die Räder, berichtet die Pressestelle der Stadt Bochum. Sie waren unschlüssig und rollten auf die Straße. Die Polizei war vor Ort und meldete den Fall.

Die Kreuzung wurde von Polizei und Tiefbauamt begutachtet, ein neues Konzept umgesetzt. Die Ampeln sind jetzt nur für geradeaus fahrende Radfahrer zu sehen. Kuliga findet das unglaublich: Linksabbieger haben nun kein Signal mehr, denn wenn sie mitten auf der Straße warten, fehlt ihnen die Sicht auf die Ampel am Fahrbahnrand (siehe Karte). Sie müssen sich an dem Fußgängersignal oder den Verkehrsfluss orientieren. Kuliga: „Das ist ein kruder Mix, der nicht funktioniert.“ Er war dabei, als die Kommission die Kreuzung besichtigte. Und er flucht: „Vorher hat die Situation Verbesserungspotenzial gehabt, jetzt ist sie unerträglich.“

Die Stadt erklärt auf WAZ-Anfrage, die Markierung solle „schnellstmöglich“ geändert werden, so dass auch Linksabbieger einen richtigen Blick auf die Signale bekommen.

Stadt verspricht Verbesserung

„Wir wollten die Situation zunächst möglichst sicher für alle Radfahrer machen, vor allem für Kinder“, sagt Pressesprecherin Tanja Wißing. Deshalb habe man die Ampeln verdreht. „Der Aufstellungsraum ist im Moment nicht akkurat. Aber das passen wir noch an.“

Wißing: „Wir wissen, dass Bochum keine klassische Radfahrstadt ist. Aber wir wollen uns verbessern.“ Zu Beginn des Jahres landete Bochum beim Radfahrklima-Test des ADFC im landesweiten Vergleich auf dem vorletzten Platz.