Bochum

Krass! Darum führt das Restaurant „Vitrine“ in Bochum jetzt Anzahlung für Tisch-Reservierungen ein

Mareike Kachel (links) aus Bochum war nach dem Weihnachtsgeschäft 2016 enttäuscht.
Mareike Kachel (links) aus Bochum war nach dem Weihnachtsgeschäft 2016 enttäuscht.
Foto: Restaurant Vitrine
  • Zwei große Tische kamen an Weihnachten nicht - ohne abzusagen
  • Deswegen führt das Bochumer Restaurant „Vitrine“ in diesem Jahr eine Anzahlung ein
  • Betrag wird von der Rechnung abgezogen
  • Mareike Kachel will sich für faires Miteinander einsetzen

Bochum. Eine Anzahlung für Tisch-Reservierungen: Mit diesem Thema beschäftigen sich einige Bochumer Gastronomen nun schon seit ein paar Monaten.

Die Idee entstand fast zwangsläufig, nachdem im Weihnachtsgeschäft viele Gäste trotz Reservierung nicht gekommen waren, meist ohne überhaupt abzusagen.

Adrian Dellwig (41), Geschäftsführer des Restaurants „Mutter Wittig“, ging daraufhin an die Öffentlichkeit.

21 Personen kamen nicht

Was er tat war riskant - aber erfolgreich. Im vergangenen Jahr lief es wieder deutlich besser, das Thema ist für ihn erst einmal vom Tisch. Anders sieht es bei Mareike Kachel und dem Restaurant „Vitrine“ in Bochum aus. Hier lief es nicht so, wie erhofft.

„Am 2. Weihnachtstag sind ein Tisch für 14 Personen und ein Tisch für sieben Personen einfach nicht gekommen, ohne vorher abzusagen“, erklärt Kachel. „Da gehen dann natürlich einkalkulierte Einnahmen verloren. Das tut schon weh. Auch weil man vorher vielen Gästen absagen musste, die gerne gekommen wären.“

Tickets sollen 25 Euro kosten

Das Restaurant hat deswegen jetzt Konsequenzen gezogen. „Wir werden eine Anzahlung für Tisch-Reservierungen einführen. Das gilt allerdings erst einmal nur für die beiden Weihnachtstage in diesem Jahr. Dann sehen wir weiter“, sagt Kachel.

Auch das Konzept ist bereits beschlossene Sache. Gäste können im Vorhinein Tickets für etwa 25 Euro erwerben, die dann später von der Rechnung abgezogen werden.

„Bis 14 Tage vorher erstatten wir den Kunden das Geld zurück. Außerdem lassen sich die Tickets auf andere Personen übertragen.“

Kachel will das Gespräch mit den Gästen suchen

„Wir allerdings setzen auf ihr Vertrauen und auf Fairness" heißt es in einem Info-Flyer, den Kachel entwickelt hat.

„Wir sind weit davon entfernt, jemanden erziehen zu wollen. Wir wollen die Leute nur darauf aufmerksam machen, dass wir auf einen vernünftigen Umgang miteinander angewiesen sind. Die Reaktionen darauf sind bisher auch durchweg positiv“, stellt Kachel klar.

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