Bochum

Krätzefälle im Ruhrgebiet stark angestiegen: So verbreitet sich die Krankheit - und so kannst du dich schützen

Eine Krätzmilbe.
Eine Krätzmilbe.
Foto: imago

Bochum. Sie ist wieder auf dem Vormarsch, die Krätze. Zum Beispiel in Bochum: Hier hat sich die Anzahl der Erkrankungen verzehnfacht. „Wir hatten im Jahr 2015 lediglich 23 Fälle registriert, 2016 waren es schon 123 und vor Jahresabschluss 2017 sind es bereits 223 Fälle“, sagte Peter van Dyk, Pressesprecher der Stadt Bochum gegenüber DER WESTEN.

Doch warum ist das so? Und wie verbreitet sich die Krätze eigentlich?

Wichtig ist, die Krätze war, entgegen anderslautender Gerüchte, nie ganz weg, wie die „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ (BZgA) mitteilt. Vor allem in Altersheimen oder Kindergärten kam es immer wieder zu Fällen.

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Das liegt an der Verbreitungsart der Hautkrankheit. „Krätzmilben verbreiten sich von Mensch zu Mensch vor allem bei länger andauerndem Hautkontakt (länger als fünf bis zehn Minuten), zum Beispiel beim gemeinsamen Spielen, bei der Körperpflege, beim Kuscheln, Schlafen in einem Bett oder beim Geschlechtsverkehr“, so die BZgA.

Krätze tritt also da auf, wo Menschen über längere Zeit zusammen sind - wie eben in Altersheimen, Kindergärten oder auch Asylunterkünften.

Was sind die Symptome?

Erste Anzeichen sind ein Brennen der Haut und Juckreiz. Letzterer kann sich sogar auf Hautregionen ausbreiten, die nicht direkt von den Milben betroffen sind. Befallen sind dabei vor Zwischenräume von Fingern und Zehen, Handgelenke, Knöchel, Achseln, Ellenbogen, Brustwarzen und Genitalien.

Von dort aus, kann sich die Krätze auf den gesamten Körper ausdehnen. Die Haut reagiert dabei mit stecknadelgroßen Bläschen, geröteten Knötchen oder Pusteln.

Wie sehen die ersten Anzeichen aus?

Die ersten Anzeichen von Krätze treten bei der ersten Ansteckung nach zwei bis fünf Wochen auf. Bei einer Wiederansteckung schon nach ein bis vier Tagen.

Das musst du tun, wenn du erkrankt bist

Wenn du glaubst, dass du erkrankt bist, wende dich sofort an deinen Arzt. Für die Behandlung stehen wirksame Medikamente zur Verfügung. Zudem solltest du den Kontakt zu anderen Menschen einschränken.

Falls du betroffen bist, musst du aufwendige Maßnahmen treffen. Kleidung, Handtücher und auch die Bettwäsche müssen täglich gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.

Sache, die du nicht waschen kannst, müssen sieben Tage luftdicht in eine Plastiktüte gepackt werden. Polster, Matratzen und Möbel müssen täglich abgesaugt werden.

 

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