Kosmische Blicke aus der Wüste

Tom Thelen
Die Leiterin des Planetariums, Prof. Susanne Hüttemeister, und Nora Lützgendorf, Doktorandin bei der ESO.
Die Leiterin des Planetariums, Prof. Susanne Hüttemeister, und Nora Lützgendorf, Doktorandin bei der ESO.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Das Planetarium zeigt mit „Großartiges Universum“ eine große Schau sensationeller Fotografien. Zum 50. Geburtstag der ESO, der Europäischen Südsternwarte sind 50 Fotos zu sehen.

Bochum. Wer „das verborgene Feuer des Flammennebels“ sehen will oder auch den „Katzenpfoten-Nebel“, braucht mehr als gute Augen. Er benötigt die größten Teleskope der Welt, aufgestellt an einem der trockensten, und nächtens dunkelsten Orte der Erde. Oder er geht ins Planetarium an der Castroper Straße, wo derzeit eine Ausstellung mit 50 Fotografien der Europäischen Südsternwarte ESO (European Southern Observatory Chile) zu sehen sind. Zum 50. Geburtstag der Organisation.

ESO nicht mit ESA verwechseln!

ESO wird häufig mit ESA verwechselt. ESA ist die European Space Agency. Die agiert im Weltall. Unter anderem mit dem Weltraumteleskop Hubble. ESO ist dagegen ein Zusammenschluss von 15 Mitgliedsländern, von denen ursprünglich fünf europäische 1962 damit begannen, von der chilenischen Wüste aus den Himmel zu erkunden. An einem der abgelegensten Orte der Erde sind mehr als 300 Nächte im Jahr sternenklar, exzellente Bedingungen, um von Berggipfeln aus auf Fotosafari in die unendlichen, unerforschten Weiten des Weltalls zu gehen.

Gaswolken gebären Sterne

Das Planetarium Bochum gehört zu den europaweit nur zehn „Outreach Partnern“ der Organisation. Deshalb sind nun hier 50 großformatige Bilder in exzellenten Abzügen auf Alu zu sehen, die unfassbar weit entfernte Gaswolken zeigen, die Sterne gebären, mächtige Nebel und Kugelsternhaufen. Allein die ästhetische Wirkung der faszinierenden Farben, der Schleierstrukturen und daneben die reine Unvorstellbarkeit der Entfernungen beeindruckt. So wäre auf der Fotografie des Magellan-Wolke ein Stern wie unsere Sonne vermutlich zu klein, um überhaupt zu sehen zu sein.

Demnächst s noch größer

Wer in Chile forschen will, muss schon ein ganzes Jahr zuvor einen Antrag stellen, berichtet Nora Lützgendorf, Doktorandin und Mitarbeiterin der ESO, die zur Eröffnung der Schau gekommen war. Nur wer ein von einer wissenschaftlichen Kommission als wichtig anerkanntes Forschungsanliegen und auch ein wenig Glück hat, darf nächtelang in den Himmel spähen. Die Plätze sind 4 bis 5-fach überfragt.

Für Mitte der 2020er-Jahre plant die ESO die Errichtung des „Extremely Large Telescope“, das mit einem 40-Meter-Spiegel unter anderem auf die Suche nach erdähnlichen Planeten gehen soll. Übrigens soll es genau auf dem chilenischen Berg errichtet werden, auf dem die Ruhr-Universität derzeit ihre eigene kleine Südhimmel-Sternwarte mit vier kleineren Teleskopen unterhält.

Aufenthaltsqualität verbessert

Prof. Dr. Susanne Hüttemeister freut sich über „die größte Ausstellung, die im Planetarium jemals gezeigt wurde“. Für sie ist die Schau „eine perfekte Ergänzung zu den gezeigten Programmen“ und erhöhe die Aufenthaltsqualität massiv.