Bochum

Kommentar: Es ist eine Tragödie, wie wir mit Obdachlosen umgehen – dieses Bild ist der Beweis

Foto: Dominik Göttker

Bochum. Sollte es Obdachlosen erlaubt sein, auf öffentlichen Sitzbänken zu schlafen oder nicht? Diese Frage wird aktuell in Bochum stark diskutiert.

Aufgekommen war sie, nachdem ein Facebook-Nutzer das Bild einer Bank veröffentlicht hatte, auf der niemand mehr schlafen kann. Weil sich durch ihre Mitte ein Metallbügel zieht. Für Obdachlose ist sie in der Nacht also tabu.

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Wie abartig diese Bänke sind, macht vor allem ein Foto sehr deutlich. Geschossen hat es Dominik Göttker, Reporter bei DER WESTEN, am frühen Mittwochmorgen in der Düsseldorfer Innenstadt.

Es zeigt eine öffentliche Bank, die durch metallene „Armlehnen“ in drei Sitzflächen aufgeteilt ist – auf dem nackten Boden davor liegt ein spärlich zugedeckter Mann und schläft.

Diese Szene muss uns wütend machen

Diese Szene ist eine echte Tragödie. Sie muss uns wütend machen und wachrütteln. Denn hier wird einem Menschen in Not gezeigt, dass es zwar eine Bank gibt, er aber nicht darauf schlafen soll. Sondern gefälligst auf dem kalten Steinboden. Unterton: Weil du es nicht wert bist.

Und natürlich geht es hier nicht nur um das Schlafen. Sondern, dass Obdachlose dort generell nicht erwünscht sind. Die Wirkung ist klar: sie gleicht einem „Obdachlose verboten“-Schild.

Obdachlose sind Menschen. Wie du und ich.

So ein Umgang mit Schwächeren sagt viel über unsere Gesellschaft aus. Und er zeigt uns, was wir selbst zu erwarten haben, wenn wir mal in eine solche Lage geraten. In eine Lage, in der uns nicht einmal mehr eine harte Holzbank gegönnt wird.

Wir alle müssen hinsehen und uns für Obdachlose einsetzen. Denn sie sind Menschen, wie du und ich. Derjenige, der diese Bänke entworfen hat, scheint das vergessen zu haben.

 
 

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