Komba: Hört auf, die Beschäftigten fertig zu machen

Fast täglich künden lange Schlangen vor dem Bürgerbüro von der derzeit angespannten Personalsituation im Rathaus.
Fast täglich künden lange Schlangen vor dem Bürgerbüro von der derzeit angespannten Personalsituation im Rathaus.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Bochumer Komba-Gewerkschaftschef Torsten Haunert hat Verständnis für den Ärger über lange Wartezeiten, mahnt aber zur Sachlichkeit.

Bochum. Die Komba-Gewerkschaft in Bochum startet eine Aktion zum fairen Miteinander. Damit reagiert die Gewerkschaft auf den steigenden Unmut vieler Bürger über längere Wartezeiten bei den Bürgerbüros. Auch in anderen Bereichen der Stadtverwaltung, so Komba, führten derzeit eine hohe Arbeitsbelastung und fehlendes Personal zu Wartezeiten und Rückstau.

Erste Gegenmaßnahmen zur Verbesserung der Situation seien mittlerweile ergriffen worden. Dennoch entlade sich viel Frust der Bürgerinnen und Bürger bei den Sachbearbeitern unter anderem im Bürgerbüro, erklärt der Bochumer Komba-Vorsitzende Torsten Haunert. „Den Ärger kann ich verstehen“, so Haunert weiter. Nicht jedoch, wenn das „Dampf ablassen“ so weit gehe, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschimpft werden. Diese Leute vor Ort können am allerwenigsten für diese Misere. „Politik und Verwaltungsspitze haben zu lange an der Einhaltung des von der Bezirksregierung erzwungenen Personalkostendeckels festgehalten“, kritisiert der Gewerkschafter.

Kritik an Ratsmitglied Volker Steude

Wenn jetzt noch Ratsmitglieder in öffentlichen Foren das Personal der Stadtverwaltung kritisierten, sei das Maß endgültig voll so Haunert. Die Gewerkschaft habe eine Plakataktion an den schwarzen Brettern im Rathaus gestartet.

Unter dem Motto: „Hört auf damit! Beschäftigte der Stadtverwaltung in öffentlichen Foren und sozialen Medien fertig zu machen“ wendet sich Komba an Bürgerinnen und Bürger, aber auch an die Ratsmitglieder, trotz allen Ärgers fair mit den Rathausbeschäftigten umzugehen.

Besonders die Stadtgestalter würden durch Polemik gegenüber den Bediensteten hervorstechen, ärgert sich Haunert.

„Mir ist nicht klar, was Stadtgestalter-Chef Dr. Steude mit seiner Kampagne bezwecken will. Statt eines verbalen Tritts vor das Schienbein wäre eine faire Diskussion nötig. Stattdessen wird das Personal im Rathaus durch Verbalattacken zusätzlich verärgert.“