Knappschaft investiert in Bochum 15 Millionen Euro

Andreas Rorowski
Grundsteinlegende Arbeit erledigten Klinik-Direktor Hans-Peter Jochum, Knappschafts-Dezernentin Elisabeth Lause, Knappschafts-Direktor Georg Greve, der Medizinische Direktor Prof. Dr. Wolff Schmiegel, Architekt Christian Weicken und Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (v.l.).
Grundsteinlegende Arbeit erledigten Klinik-Direktor Hans-Peter Jochum, Knappschafts-Dezernentin Elisabeth Lause, Knappschafts-Direktor Georg Greve, der Medizinische Direktor Prof. Dr. Wolff Schmiegel, Architekt Christian Weicken und Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (v.l.).
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Der Bau des Tumorzentrums am Knappschaftskrankenhaus in Bochum-Langendreer beginnt nach langer Genehmigungsphase im April 2015. Mit ihm werde die Durchlässigkeit von ambulanter und stationärer Behandlung verbessert, heißt es. Ende 2016 soll das Gebäude fertig gestellt sein.

Bochum. Die Pläne gibt es seit langem, genauer gesagt seit 2005. Und nun, nach einer langen Genehmigungsprozedur, können sie auch umgesetzt werden. Im April 2015 wird der Bau des Tumorzentrums am Knappschaftskrankenhaus in Langendreer beginnen. Ende 2016 soll das jüngste, 15 Millionen Euro teure Bauprojekt dann fertiggestellt sein und damit „die umfassende Krebsbehandlung im Haus sicherstellen“, so Knappschaft-Direktor Georg Greve bei der Grundsteinlegung. Baupläne, eine Urkunde, Euro-Münzen und eine aktuelle Ausgabe der Bochumer WAZ wurde in einer Kartusche eingemauert.

Mehrere Facharztpraxen

Mehr Durchlässigkeit zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor soll das Haus ermöglichen, in dem neben einer Praxis für Strahlentherapie, einer Apotheke und einem Sanitätshaus auch noch Räume für fünf bis sechs Facharztpraxen vorgesehen sind. Durch die flexible Bauweise könne das Gebäude immer wieder neuen Anforderungen und Bedürfnissen angepasst werden. Nicht zuletzt das ist aus Sicht von Architekt Christian Weicken (Unna) ein Beleg für die Nachhaltigkeit des transparenten Bauwerks, das auf sieben Geschossen knapp 7000 Quadratmeter umfassen wird. Errichtet wird es auf einem Teil des Besucherparkplatzes, die Verbindungen über den bestehenden Krankenhaustrakt erfolgt über eine zweigeschossige Brücke. Der Clou des Stahl-Beton-Skelettbaus sei es, dass er mit nur wenigen Stützen im Zentrum auskommen und im wesentlichen von den Außenwänden getragen wird.

Der Erweiterungsbau soll aber nicht nur das medizinische Leistungsspektrum der Universitätsklinik erhöhen, sondern biete auch die Chance, die Datensicherheit zu erhöhen. Eingerichtet wird ein sekundäres Rechenzentrum, in dem alle Daten des Zentralrechners binnen tausendstel Sekunden übertragen werden und damit an zwei unterschiedlichen Orten doppelt gespeichert sind.

Eindrucksvoll ist nach wie vor die Entwicklung der Uni-Klinik in Langendreer. Fünf Prozent beträgt die durchschnittliche Wachstumsrate jährlich, so Georg Greve im Rahmen der Grundsteinlegung.

1300 Beschäftigte

Allerdings: „Solche Raten kann man nicht in alle Ewigkeiten fortsetzen.“ 485 Betten in insgesamt neun Fachabteilungen gibt es in dem 1972 eröffneten Haus, das fünf Jahre später als Uni-Klinik in die Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum einbezogen wurde. Mit etwa 1300 Beschäftigten, davon 450 im Pflegedienst und 160 Ärzten, ist es einer der größten Arbeitgeber in der Stadt. Seit 2002 wurde es in mehreren Etappen erweitert, auch derzeit wird modernisiert.