Knappenverein baut Zeche Haunert originalgetreu nach

So sah die Zeche Haunert einst aus.
So sah die Zeche Haunert einst aus.
Foto: Handout
Knappenverein „Schlägel & Eisen 1884“ baut Zeche Haunert originalgetreu nach. Baugenehmigung ist erteilt, das Sponsoring gesichert.

Bochum-Stiepel. Vor einem Jahr, als der Malakowturm in Stiepel seinen „Deckel“ bekam, wurde eine kühne Idee geboren, die nun tatsächlich Wirklichkeit wird: Der Knappenverein „Schlägel & Eisen 1884“ baut die dem Malakowturm benachbarte Zeche Haunert originalgetreu nach. Die Baugenehmigung ist erteilt, das Sponsoring gesichert und die Planung im vollen Gange. Im Frühjahr 2017 soll es losgehen. „Wir sehen es als die Aufgabe unseres Vereins an, so etwas zu erhalten“, sagt der Vorsitzende Rainer Dickhut: „Es ist eine irre Chance, die wir uns nicht entgehen lassen wollten.“

Rückblick: Im Mai vergangenen Jahres bekam der Malakow-Turm am Bliestollen nach 90 Jahren „oben ohne“ ein neues Dach. Beharrlich arbeiteten der Knappenverein und der Heimatverein Stiepel an der Umsetzung, sammelten 60 000 Euro an Spenden. Die restlichen 15 000 Euro für das neue Dach des Bergbau-Monuments stellte die Bezirksvertretung Süd bereit. Auch das Bergbaumuseum war damals mit an Bord und nicht ganz unbeteiligt daran, dass der Knappenverein nun die Zeche nachbaut.

„Wir sind eben ein bisschen größenwahnsinnig in Stiepel“

„Ich habe Direktor Stefan Brüggerhoff historische Fotos von der Zeche gezeigt und gesagt, wir wollen sie nachbauen. Sein Interesse war sofort geweckt“, erzählt Dickhut. Was der Museumsdirektor nicht wusste: Dickhut sprach nicht von einem kleinem Modell der Zeche, sondern von einem Original-Nachbau, neun Meter hoch. „Wir sind eben ein bisschen größenwahnsinnig in Stiepel“, sagt Dickhut mit einem Augenzwinkern.

Das Bergbaumuseum stellt eine Haspel zur Verfügung, die damals dazu diente, den Förderkorb mittels eines Seilzuges zu bewegen, und unterstützt auch an anderen Stellen. Auf der Suche nach einem Sponsor wurde der Knappenverein bei den Stadtwerken fündig, die das Vorhaben im Rahmen ihrer „Zukunftsprojekte“ fördern. Insgesamt ist ein fünfstelliger Betrag von Nöten.

Damals beim Malakow-Turm dauerte es von der Idee bis zur Umsetzung ganze fünf Jahre. Diesmal soll es deutlich schneller gehen. Nach der formellen Übergabe der Baugenehmigung will sich der Knappenverein mit der Firma besprechen, die das Bauvorhaben umsetzt. Das Schachtbauunternehmen Deilmann-Haniel hat sich dazu bereit erklärt, das Bergbau-Monument kostenfrei von den Lehrlingen bauen zu lassen. „Bei diesem Angebot sind wir natürlich vom Hocker gefallen“, erinnert sich Dickhut: „Ohne diese beiden Hilfen hätten wir dieses Projekt nicht stemmen können.“

Im Februar könnte es mit den Fundamentarbeiten losgehen. Weil die großen Teile schon vorgefertigt werden, sollte der Aufbau danach schnell vonstatten gehen. „Maximal vier Wochen“, glaubt Dickhut. Termindruck haben die Knappen aber nicht: Eine Einweihungsfeier soll es erst im Sommer geben.

 
 

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