Kloster Stiepel hilft Flüchtlingen

Flüchtlingshilfe im Kloster Stiepel unter Leitung der pensionierten Lehrerin Ellen Rüttermann (Mitte, stehend). Zu den Helfern gehört auch Gerhard Gabriel (links stehend).
Flüchtlingshilfe im Kloster Stiepel unter Leitung der pensionierten Lehrerin Ellen Rüttermann (Mitte, stehend). Zu den Helfern gehört auch Gerhard Gabriel (links stehend).
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Zehn Ehrenamtliche aus der Stiepeler Gemeinde unterstützen Menschen aus dem Containerdorf Kemnader Straße und der Gräfin-Imma-Turnhalle

Bochum/Stiepel.. Elham Hosseinzadeh hat einen Traum: Medizin möchte sie gern studieren. Doch dafür fehlt ihr vor allem die Teilnahme an einem Deutsch-Kurs, dabei spricht Elham schon ziemlich flüssig Deutsch. „Aber das muss alles noch viel besser werden“, meint die junge Frau aus dem Iran, die seit sechs Monaten in einer Flüchtlingsunterkunft in Stiepel lebt. Jetzt ist sie dabei, den komplizierten Antrag auszufüllen, der ihr die Zulassung zum Deutsch-Kurs ermöglichen könnte. Zum Glück hat sie dabei total freundliche Hilfe...

Die Vielzahl an Flüchtlingen in den letzten Monaten hat auch bei den Stiepeler Zisterziensern eine Welle an Hilfsbereitschaft ausgelöst. „Natürlich war das ein ganz großes Thema bei uns“, sagt Pater Andreas Wüller. Eine Flüchtlingsfamilie wohnt mittlerweile in der ehemaligen Küster-Wohnung, eine junge Frau ist im Kloster selber untergekommen. Und auch die Gemeinde macht sich für die Flüchtlinge stark: Seit November hat sich hier ein Kreis gebildet, in dem mehrmals pro Woche geflüchtete Menschen und Gemeindemitglieder zusammenkommen. „Das ist ein richtig schönes Miteinander geworden“, freut sich Gerhard Gabriel, einer der Ehrenamtlichen. „Und die Menschen sind unheimlich dankbar.“

Ehrenamtliche helfen Flüchtlingen

Im Pfarrsaal der St.-Marien-Gemeinde geht es locker zu. Manche spielen am Kicker, andere bereiten die Kaffeetafel vor, einer bringt etwas Kuchen vorbei. Etwa 20 Flüchtlinge sind gekommen – überraschend viele, da an diesem Tag bei der Bogestra gestreikt wird. Die meisten von ihnen stammen aus dem Containerdorf an der Kemnader Straße oder der Turnhalle der Gräfin-Imma-Schule. „Für viele ist es dort sehr beengt und unbefriedigend“, meint Helfer Helmut Konjetzky. „Da kommt etwas Abwechselung bei uns im Pfarrsaal sehr gelegen.“ Viele Flüchtlinge zieht es in eigene Wohnungen oder in Wohngemeinschaften – doch diese zu finden, ist alles andere als einfach. „Wir helfen natürlich, wo wir können“, sagt Gerhard Gabriel. Zehn Ehrenamtliche kümmern sich mit Herzblut um die Sorgen und Nöte der Geflüchteten.

Ehrgeizige Pläne, im Pfarrsaal einen Deutsch-Kurs auf die Beine zu stellen, hätten sich allerdings als schwierig erwiesen: „Jeder von ihnen bringt unterschiedliche Vorkenntnisse mit“, sagt Gabriel. „Da fällt gemeinsames Lernen schwer.“ Immerhin: Ellen Rüttermann, die viele in Stiepel als langjährige, mittlerweile pensionierte Lehrerin an der Gräfin-Imma-Schule kennen, bringt zu jedem Treffen ihren Diercke-Weltatlas mit: „So klappt das mit der Verständigung meist ganz von allein“, sagt sie.

 
 

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